Die Liste für General Schleicher

 

Leseauszug aus meinem Buch „ Oskar Quengels Auftrag -Für Kippenberger bei General von Schleicher Bestellungen unter http://www.bookra-verlag.de/b16.html

Die Liste für General Schleicher

Ernst Meyer

Mehrere Wochen arbeitete ich an der Personalliste für General Schleicher. Ich begann mit Ernst Meyer. Nach meinem Erinnerungsvermögen schrieb ich über ihn: „Ernst Meyer ist innerhalb der KPD-Führung isoliert. Zudem ist er häufig krank und sensibel. Oft versteht er es, zu einer realistischen Beurteilung der Lage zu kommen. Sein Mitkämpfer Arthur Ewert ist zwar gesund, aber ohne Meyer, oft argumentativ und rhetorisch überfordert. Die Frau von Ernst Mayer ist die Witwe des kommunistischen Revolutionärs Eugen Levine. Im Apparat der KPD hat Mayer nur geringen Einfluss. In seiner Funktion als Parteivorsitzender 1922 kümmerte er sich nie um die Zusammenstellung der Kader innerhalb des Apparats. Er hat allerdings Sympathisanten und Mitkämpfer im Bereich der betrieblichen Gewerkschaftsarbeit. Fast die gesamte geschlossene hauptamtliche Fraktion, die in Berlin die INPREKORR (Internationale Pressekorrespondenz- Organ der kommunistischen Internationale) herausgibt, steht auf der Seite Ernst Meyers. Allerdings hegt Meyer keine besonderen Sympathien für ein Heinrich Brandler und seine Freunde. Auf dem Parteitag in Leipzig Anfang Januar 1923 wurde Ernst Meyer als Parteivorsitzender mit Wissen und Zustimmung der Komintern-Führung eiskalt von Brandler abserviert. Der blasse Intellektuelle Ernst Meyer schien den Kominternleuten nicht dazu geeignet, um den Arbeiterführer in Deutschland zu geben. Im Oktober 1923 als es zu den sogenannten Arbeiterregierungen in Thüringen und Sachsen kam, wandte sich Meyer dann gegen die Politik von Brandler und warf ihm Zögerlichkeit und Opportunismus vor. Die Kommunistische Internationale betrachtete diese Regierungen als Ausdruck wachsender Aktivität und Unzufriedenheit der Arbeitern und Arbeiterinnen. Aus Thüringen und Sachsen sollte der Startschuss für den deutschen Oktober erfolgen. Letztendlich wurde der Aufstand abgeblasen, nachdem Brandler auf einem Betriebsrätekongress in Chemnitz dazu keine Mehrheit erhalten hatte. Meyer warf – genau wie Trotzki – Brandler vor, sich von einem sozialdemokratisch dominierten Kongress abhängig gemacht zu haben, anstatt zur Tat zu schreiten. Auf der anderen Seite war Ernst Mayer entschiedener Gegner der Ultralinken, welche im Frühjahr 1924 die Partei eroberte. Meyer repräsentierte damals die so genannte Mittelgruppe innerhalb der KPD, auf die auch der damalige Vorsitzende der Komintern, Grigori J. Sinowjew, setzte.

 

Heinz Neumann

Über Heinz Neumann schrieb ich damals: “Er ist intellektuell dem Parteiführer Ernst Thälmann weit überlegen. Zudem verfügt er über ausgesprochen rhetorische Fähigkeiten. Genau betrachtet ist Heinz Neumann der Spiritus Rector innerhalb des Sekretariats der KPD. Bis dato erfreut er sich einer besonderen Wertschätzung durch Stalin. Heinz Neumann ist wendig und im Umgang mit so genannten Abweichlern nicht sonderlich zimperlich. Es kursiert das Gerücht, dass er alle wichtigen Reden für Ernst Thälmann schreibt. Die alte Generation, angeführt von Clara Zetkin und Wilhelm Pieck, steht Neumann mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Neu ist, dass Neumann sich offensichtlich fest gebunden hat. Ob dies allerdings das Ende seiner zahllosen Frauenaffären bedeutet, bleibt abzuwarten. Bei aller Treue gegenüber Stalin ist und bleibt Neumann jedoch ein selbstständiger selbstbewusster Kopf.“

 

Hermann Remmele

Zusammen mit Thälmann und Neumann bildet Hermann Remmele, die eigentliche Führung der KPD. Remmele wird mit knapp 50 wegen seiner Erfahrung in der Bewegung sehr geschätzt. Den Opponenten Neumann fällt es schwer, die gegenwärtige Führung der KPD anzugreifen, da sie die Autoritätsperson Remmele deckt. In Wahrheit jedoch benötigt der Praktiker Remmele den wendigen Theoretiker Neumann, denn Remmele ist zwar ein guter, aber kein hervorragender Redner.

 

Ernst Thälmann

Ernst Thälmann hält sich viel darauf zugute, aus dem Proletariat zu stammen. Viele Arbeiter und Anhänger der KPD, speziell in Hamburg, sehen in ihm ihresgleichen. Die Rhetorik von Thälmann provoziert bei den Intellektuellen innerhalb der KPD des öfteren geradezu Verzweiflungszustände. Wenn Ernst Thälmann nicht vom Blatt abliest, passieren ihm immer wieder unmögliche verbale Schnitzer. Auf einer KPD Versammlung meinte er einmal allen Ernstes: “Die Frauen gehören mit den eigens dafür geschaffenen Organen bearbeitet.“ Natürlich macht sich die Parteiintelligenz über solche Ausrutscher lustig, aber solche Schnitzer schaden dem Arbeiterführer beim proletarischen Anhang nicht im Geringsten. Auch die Affäre im letzten Jahr führte bei vielen Arbeitern, die in Ernst Thälmann Ihrem Führer sehen zu Mitleid und sogar zur aktiven Solidarisierung. Bei allen Schwächen ist Ernst Thälmann ein nicht zu unterschätzendes Aushängeschild der Partei. Thälmann verfügt mittlerweile über viel organisatorische Erfahrung, doch schwankt er zwischen übersteigertem Selbstbewusstsein und Minderwertigkeitskomplexen.

 

Walter Ulbricht

Der Sachse Walter Ulbricht wird in der KPD nicht geliebt. Sein absoluter Pluspunkt ist seine ständige Betriebsamkeit und die Liebe zum Detail. Nicht umsonst hat er in der Partei den Spitznamen „Genosse Zelle“. Walter Ulbricht wird mit Sicherheit dem neuen Zentralkomitee angehören und dort wie immer einer der am besten Informierten sein. Seine Außenwirkung hingegen ist mehr als bescheiden. In seinen Jahren in Moskau (er war dort Vertreter der KPD bei der Komintern) hat er nicht auch nur ein bisschen russisch gelernt. Walter Ulbricht hat es geschafft, sich von allen seinen alten Freunden Heinrich Brandler und Thalheimer rechtzeitig zu distanzieren. Er wird als Aktivist im neuen Zentralkomitee mit Sicherheit benötigt.

 

Leo Flieg

Leo Flieg gehörte bis dato jeder KPD Führung an. Flieg ist ungeheuer fleißig und ein überzeugter Bolschewik, was man ihm ob seines blassen Aussehens und seiner schmächtigen Statur nicht zutraut. Vom Typ her würde er eher als Büroangestellter einer Versicherungsgesellschaft durchgehen. Dennoch ist Flieg ein überzeugter Revolutionär, der auch im Stande ist konspirativ zu arbeiten. Mit Heinz Neumann verbindet ihn eine enge Freundschaft. Leo Flieg gehört zum engen Freundeskreis des KPD Chef -Agitators Willi Münzenberg.

 

Willi Münzenberg

Willi Münzenberg ist nicht nur im Reichstag aktiv, sondern er leitet auch das umfassende KPD Propagandaunternehmen. Münzenberg gibt die „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ und organisiert publikumswirksam jeden Propagandafeldzug der KPD. In seinen Verlagshäusern erscheint die kleine Arbeiterbibliothek, die im Rotationsdruckverfahren hergestellt wird. Dadurch können die Werke von Marx, Engels und Lenin günstig angeboten werden. Daneben betreibt er ein florierendes Geschäft mit sowjetischen Filmen. Es dürfte bekannt sein, dass Münzenberg solche Filme gezielt einsetzt und des Öfteren – speziell während der Wahlkampagnen – Filme als rollende Kinos auch in den abgelegensten Landgemeinden zeigt. Münzenberg ist der fähigste Propagandist der KPD, seine rhetorischen Fähigkeiten sind nicht zu unterschätzen. In Privatgesprächen mit Intellektuellen, die der Partei nahe stehen, kann Münzenberg sehr charmant sein.

 

Hans Kippenberger

Wie Ihnen bekannt sein dürfte, leitet der ehemalige Leutnant Kippenberger den Abwehrapparat der KPD. Unter seiner Führung steht der Nachrichtendienst, sowie der militärische Zersetzungsapparat, kurz M-Apparat genannt. Hans Kippenberger ist Mitglied des Reichstages und versucht mit seinen Erkenntnissen die KPD Politik maßgeblich mitzugestalten. Gegenüber der Reichswehr hat sein Zersetzungsapparat aber bis dato nichts Wesentliches bewerkstelligt. Zwar gibt es einige KPD-Zeitungen für Reichswehrangehörige, diese verfehlen allerdings ihre Wirkung verfehlen. Dennoch hatte es Kippenberger offensichtlich geschafft, einige Informanten speziell innerhalb der preußischen Staatspolizei unterzubringen. Kippenberger umgibt sich mit jungen Leuten, die den Parteimitgliedern unbekannt sind und auch mir sind seine Mitarbeiter nicht namentlich bekannt.

Bildergebnis für KPD

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Absolut fesselnde historisch-aktuelle Lektüre von Max Brym zur Gesichte der Arbeiterbewegung

 

Rezension entnommen aus Amazon Von Amazon Customer

Vor einer Woche noch auf die Schnelle im Laden erstanden und über das verlängerte Wochenende hindurch fertig gelesen. Schon Max Bryms Altötting-Buch hatte ich nach einer Woche Ferien komplett durch und jetzt bei „Oskar Quengels Auftrag“ ging es sogar noch schneller. Max Brym versteht wirklich so zu schreiben, dass es einen packt und man am Ball bleibt und dass obwohl seine Bücher komplexe historische Sachverhalte und ernste politische Fragestellungen behandeln.

Dieses Mal – bei Oskar Quengel – ging es um die Spionage des rechten Generals von Schleicher gegen die Kommunistische Partei; Schleicher wollte sie als Organsitation infiltrieren, um Sicherheit zu haben, dass sie sein Projekt einer sogenannten Querfront von den patriotischen Gewerkschaften bis zum Strasser-Flügel der Nazis nicht störte, doch hatte die KPD – was ich nicht wusste – einen Abwehrapparat, der Schleichers Versuch geschehen ließ, um auf diesem Weg etwas über Machenschaften Schleichers herauszukriegen – sozusagen Gegenspionage.
Quengel, über den diese Sache im Roman dann lief, hat es real wohl nicht gegeben, doch alles andere scheint zu stimmen und vieles ist sogar ziemlich aktuell: aktuell wollen einem Querfrontanhänger auf Friedensdemos und im Netz weiß machen, der Unterschied zwischen rechts links habe sich erledigt, weil Deutschland eine Kolonie der USA sei; ein solches Gerede stimmt heute nicht (denn deutsche Autokonzerne sind unleugbar international aktiv und die deutsche Regierung tut alles um ihre Profite zu sichern und den Reichtum ihrer Aktionäre zu erhöhen) und war gestern schon falsch, als Schleicher Sozialisten dazu überreden wollte für ein paar Brotkrumen und für Deutschlands Ehre soziale Kämpfe abzublasen. Er hatte damals wohl die (paradoxe) Vision eines neuen Ständestaats, doch eine Weile wurde er dabei von der Chemieindustrie unterstützt, dessen Interessen dieses Gebäude dienen sollte und auf deren Unterstützung er wohl eine Weile tatsächlich bauen konnte. Solche komplexen Zusammenhänge kommen in Bryms Roman gut heraus, ohne dass es man das Gefühl bekommt, hier habe jemand einen Roman geschrieben, wo er eigentlich eine wissenschaftliche Abhandlung hätte schreiben sollen.
Ich habe mich gefragt, wie es sein kann, dass Brym nicht in diese Falle tritt und ich glaube mittlerweile, es liegt an der besonderen Form des Romans: er kommt daher als eine Sammlung von Briefen Quengels an seinen Vater kurz vor seinem Selbstmord, nachdem alles, wovon der Roman handelt, hinter ihm liegt: dadurch kann Brym Quengel glaubhaft von abenteuerlichen Agententätigkeiten berichten lassen und ihm im nächste Brief historisches Faktenwissen in den Mund legen – beides erklärt sich dann aus der glaubwürdigen Handlungskonstruktion, dass hier jemand versucht sich am Ende seines Lebens einer anderen Person, die ihn lange nicht gesehen hat, noch einmal „ganz“ mitzuteilen.
Was ich am Roman darüberhinaus noch so gelungen finde, ist die Zeichnung der Figuren. Vielleicht sind es Karikaturen, aber mir gefallen sie gerade deswegen; Egal ob man über sie schallend lacht, nur etwas lächelt oder sich ekelt – in jedem Fall ist nicht gewollt, dass man sich mit ihnen identifiziert. Für mich sind das eher Personenypen, die bestimmte gesellschaftliche und politische Positionen der Zeit zum Ausdruck bringen sollen,damit die Gegensätze dieser Zeit noch besser greifbar werden.
Bei der Hauptfigur Oskar Quengel ist das anders. Er war ein von Widersprüchen und Loyalitätskonflikten zerrissener Mann; im Lauf der Handlung hat er miterleben müssen, wie Freunde, Kommunisten mit Verstand und Herz, zum Wohle des nächsten und übernächsten Kurswechsel der Partei von den eigenen Leuten ausgegrenzt und verfolgt wurden – und er soll dem Abwehrapparat der Partei die Treue halten?!
Es ist dem Autor hoch anzurechnen, dass er, dessen Sympathie mit den Revolutionären der Arbeiterbewegung deutlich hervorkommt, sich dennoch auch solchen Abgründen kommunistischer Geschichte stellt. Das geschieht hier, wie auch sonst im Roman, auf plastische Art und Weise und eingebettet in den historischen Kontext und mit auch mit Blick für Aspekte in diese Geschichte, anhand derer man erkennt, dass auch diese Sache anders hätte laufen können.

 

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Textauszug 3 „Verrat in München und Burghausen“

 

Leseauszug- Geschichte der Arbeiterbewegung pur

 

Hans Faber ist Rechtsanwalt, Mitglied des geheimen Abwehr Apparates der KPD und als solcher formal Mitglied der NSDAP in München. Ab 1932 ist er zudem Mitglied der Gruppe „ Neu Beginnen“ bestehend aus KPD und SPD Mitgliedern. Er lebt vorwiegend in München. Am Wochenende zieht es in meist in seine elterliche Wohnung nach Burghausen an der Salzach. Öfter weilt er auch in Kraiburg am Inn im in der Nähe von Mühldorf, bei seiner Schwester. In der ländlichen Gegend führt er viele geheime Treffen mit Widerstandskämpfern aus ganz Deutschland durch. Sowohl in der Großstadt, sowie in der Provinz erlebt er heldenhaften Widerstand gegen den Faschismus aber auch Niedertracht und Verrat. Intuitiv hat er ab 1934 einen besonderen Verdacht gegen den KPD Funktionär „Theo“ aus Giesing. Er kennt alle Nazigrößen persönlich. Sie widern ihn an. Ab 1935 arbeitet er eng mit der Widerstandsgruppe unter der Leitung von Hermann Frieb aus der Schellingstraße in München zusammen. Der Romanheld Hans Faber lebte im Widerstand gegen Niedertracht und Barbarei. Die anderen Widerstandskämpfer werden dem Vergessen entrissen.

Bestellungen unter http://www.bookra-verlag.de/b16.html Viele Grüße Max Brym

Schnell in den Landkreis Altötting

Als Faber in sein Büro in der Barerstrasse zurückkehrte machte ihn seine Sekretärin Berta auf ein dringendes Telegramm aus Burghausen aufmerksam. Es war ein Telegramm von seiner Mutter Lotte. In dem Telegramm stand: „ Bitte komm sofort, dein Vater braucht dich“. Schlagartig war Faber klar was passiert sein musste. Offensichtlich war auch sein Vater verhaftet worden. Umgehend telefonierte er mit der Polizeidienststelle Burghausen. Dort wurde dem RA. und Parteigenossen Faber bestätigt, dass sein Vater vorgestern festgenommen wurde. Nach Auskunft des Wachhabenden wurde er mit Breu und Genossen in das Amtsgerichtsgefängnis Altötting verbracht. Die Verhaftung erfolgte am 10. März. Faber sprach auch mit dem Gefängnisleiter in Altötting. Dieser meinte, „ da ist vorläufig nichts zu machen, die Leute werden bald verschubt“. Dann probierte Faber mit der NSDAP Kreisleitung in Mühldorf zu sprechen. Eine Sekretärin unterrichtete Faber davon, dass „ Kreisleiter Schwägerl nicht im Haus sei“. Immerhin erfuhr er wo Schwägerl war. Die Nazis vor Ort tagten in Permanenz bis spät Nachts in Neuötting im Wirtshaus „Münchner Hof“, des Limonadenherstellers und Nazis Zierhut. Das Lokal war Faber als Keimzelle der NS Bewegung im Landkreis Altötting bekannt. Faber holte seinen PKW „Adler Standard 8“ und machte sich umgehend auf den Weg. Die Sekretärin Berta schickte der Mutter ein Telegramm. Darin wurde Mutter Lotte unterrichtet, dass Hans unterwegs ist. Die Fahrt nach Neuötting dauerte knapp 4 Stunden. Hans Faber hoffte Schwägerl oder andere Funktionsträger in Neuötting in dem berüchtigten Lokal in der dortigen Ludwigstraße. 76 anzutreffen. Tatsächlich als Faber im Lokal auftauchte erkannte er sofort Schwägerl, den SS Mann Zierhut, den NSDAP Chef von Altötting Stubenhofer, den „Alten Kämpfer“ aus Neuötting Heinrich Hilleprandt, sowie den Teilnehmer am dilettantischen Hitlerputsch Franz Obermaier aus Altötting. Dazu ihm unbekannte Polizisten und den kleinen Nazifunktionär Lex aus Altötting. Das Lokal war offensichtlich das NS Hauptquartier zwecks Koordinierung der Verhaftungen. Grinsend kam Schwägerl auf Faber zu. „ Na will uns ein Parteigenosse vom NS Juristenbund beistehen“ meinte der sich wie immer lässig gebende Kreisleiter. Faber schüttelte Schwägerl die Hand und schlug vor in einer Ecke des Lokals weiterzureden. Freundlich aber bestimmt wies ihn Faber auf die Verhaftung seines Vaters hin. Schwägerl meinte zuerst, da „nichts machen zu können“. Natürlich hatte die „Bayerische Politische Polizei“ und willige Staatsanwälte, die Verhaftungen angeordnet. Aber die Details über die zu verhafteten Personen kamen von der NS Kreisleitung. Auch führte oftmals die örtliche SA, die Festnahmen durch. Die Ansammlung im „Münchner Hof“ hatte exekutive Vollmachten. Auf den Tischen waren Namenslisten ausgelegt. Die einzelnen Orte waren markiert. Die Wahlergebnisse der letzten Reichstagswahl am 5. März in den einzelnen Orten lagen aus. Faber meinte zu Schwägerl: „ Mein Vater ist krank und Frührentner, seinen marxistischen Unsinn wird er bleiben lassen Parteigenosse Schwägerl. Dafür verbürge ich mich“. Immer noch zögerte der Kreisleiter. Gegen Ende des Gesprächs versicherte Faber, sich bei Gauleiter Wagner positiv für ihn zu verwenden. „ Ihre Härte gegen den Marxismus wird gewürdigt werden Parteigenosse Schwägerl“. Schwägerl schwankte aber dann gab er nach. Faber wusste, dass Schwägerl oft auf Konferenzen der Partei ironisch als „ Maria hilf-“ Kreisleiter“ verspottet wurde. Fritz Schwägerl telefonierte mit verschiedenen Leuten im Nebenraum. Dann kam er zurück und sagte: „Parteigenosse Faber du kannst deinen alten Herrn noch heute Abend aus dem Amtsgerichtsgefängnis in Altötting abholen, aber nicht gleich, es wird ihn noch ein Arzt besuchen außerdem kannst du uns noch ein paar Tipps geben wie es weitergeht, besonders im schwarzen Altötting, sowie im rot verseuchten Burghausen.“ Faber willigte ein, obwohl er am liebsten seinen Vater gleich abgeholt hätte. Ihm war klar, dass sein Vater bei und nach der Verhaftung misshandelt wurde. Die Nazibande war in ihrem Eifer kaum zu bremsen. Laufend trafen Kuriere ein und informierten Schwägerl wer schon oder noch nicht gefasst wurde. Faber fragte als alter „ Burghauser“ ,wie viel von der Kommune schon dingfest gemacht wurden. Der SS Typ Zierhut reichte ihm eine Namensliste. Darauf standen die Namen von mehreren Kommunisten aus Burghausen. Faber las über die Festnahme von Haxpointner Alois, Schlosser- Scheibeck Stefan, Hilfsarbeiter Ober Hans, Schreiner Buchfellner Hans, Schreiner Klaus Alois, Fabrikarbeiter Huber Georg, Fabrikarbeiter Weinzierl Josef, Fabrikarbeiter Gaßner Andreas, Fabrikarbeiter Riesinger Michael, Eisenbahner Fürhaupter Josef, Hilfsarbeiter. Heinrich Breu, sowie den Kassierer und Org. Chef der Burghauser KPD Josef Burghart. Fast alle waren Faber zumindest vom Namen her bekannt. Einige fehlten noch auf der Liste. Der Vertrauensmann von Faber vom Abwehr Apparat aus Burghausen war den Nazis noch nicht ins Netz gegangen. Aber mit den Verhaftungen war die Partei faktisch zerschlagen. Der Neuöttinger Nazi Heinrich Hilleprandt wollte ebenfalls mit seinen Erfolgen nicht hinten anstehen. Freudig berichtete er von der Verhaftung des Altkommunisten Anton Griebl, sowie der Verhaftung des Jungkommunisten Fritz Wimschneider aus Neuötting. Faber fragte Hilleprandt ob er persönlich in die Verhaftung mit einbezogen gewesen sei. Heinrich Hillebrandt verneinte. „ Ich hab nur die Aufgabe Mütter und Geschwister abzuwimmeln. Die Polizei verhaftet selbständig und ich muss beispielsweise der Pflegemutter dieses Wimschneiders, einer Frau Maria Harlander auch noch den Sachverhalt erklären“ flüsterte Hilleprandt schon fast bemitleidenswert. Dann mischte sich wieder Fritz Schwägerl ein: „ Ja ja diese Harlander mir wurde auch berichtet, dass sie regelmäßig beim Juden, dem Textilhändler Weiner hier einkauft. Wir haben noch viel Arbeit.“ Faber nickte und deutete an, dass bald eine Aktion im Reich gegen die Juden laufen wird. Die örtlichen Nazis horchten erfreut auf. Dann zog Schwägerl Faber wieder in eine Ecke des Lokals. Er beklagte sich bei Faber besonders über die schwarze Brut im Landkreis Altötting. Dabei fielen die Namen Wehnert, Bruckmayer und Seidel. Gabriel Mayer, Altötting, sowie der Name des jungen RA Gmach aus Neuötting. Faber beruhigte Schwägerl und meinte, „ die Schwarzen werden bald endgültig abtreten, der Herr Ministerpräsident Held wird verschwinden. Machen Sie doch den Herrn Lex zum Bürgermeister von Altötting Parteigenosse Schwägerl.“ Schwägerl nickte, dann mischte sich der Kreisleiter von Altötting Ludwig Macomeß in das Gespräch ein. Malcomeß sagte: “ Nein wir haben hier in Altötting eine besondere Situation. Wir machen zuerst einen “BVP” Verleger zum Bürgermeister. Als Verleger  wird er in unserem Sinn schreiben.” Der SPD Überläufer Malcomeß er trat erst im Januar 1931 von der SPD zur NSDAP in Burghausen über. Faber dachte: “ Dich hab ich unterschätzt”. Kurz vor Mitternacht, machte Schwägerl, Hans Faber deutlich, dass Faber seinen Vater aus dem Gefängnis abholen könne. Schwägerl vergaß nicht darauf hinzu weisen, ihn bei Gauleiter Wagner zu empfehlen. „ Mach ich du Verbrecher“ dachte Faber und brauste von Neuötting nach Altötting. Gegen 12 Uhr Mitternacht wurde Faber in das Amtsgerichtsgefängnis geleitet. Der diensthabende Beamte wusste Bescheid. Georg Faber saß nicht in der Zelle sondern in einer Art Vernehmungszimmer. Er trug einen Verband, um den Kopf und rauchte. „ Ha der Herr Sohn, hab ich jetzt einen Rechtsanwalt“ rief Georg Faber. „ Sei still Vater und komm mit. Ich bring dich nach Hause.“ Georg Faber stand auf und folgte seinem Sohn. Hans Faber blickten einige verwirrte SA Leute hinterher, welche sich im Gefängnis aufhielten, als er mit dem Delinquenten davon schritt.

Bei der Mutter in Burghausen

Mühsam kletterte Georg Faber in den Wagen und ließ sich schwer fallen. Der Vater war ganz offensichtlich geschlagen und misshandelt worden. Unvermittelt sagte er zu seinem Sohn: „Glaub ja nicht, dass mich diese Halunken klein gekriegt haben, auch wenn der Sohn, der Nazi mich heraus haute“. So kannte Hans Faber seinen Vater. Während der Fahrt nach Burghausen erzählte Georg Faber wie es ihm ergangen ist. Am 10. März erschienen gegen mittags zwei Polizisten und mehrere junge ihm unbekannte SA Typen. Georg Faber wurde ohne große Umstände gepackt und mitgenommen. Die noch nicht zwanzigjährigen SA Schläger schubsen ihn schon auf der Straße er bekam mehrere Ohrfeigen, was einige Burghauser Bürger erschreckte. Dann landete er in der Burghauser Polizeistation, dort misshandelten ihn mehrere sehr junge fanatisierte SA Leute. Er wurde wüst beschimpft mit Fäusten traktiert am Boden liegend „marxistische Schwein“ genannt angespuckt, etwas später trat ein jugendlicher Verbrecher zweimal mit dem Fuß gegen seinen Kopf. Erst dann Schritt ein älterer örtlicher Polizeibeamter ein und machte sich etwas für Georg Faber stark. Der Kopfverband belegte die Verletzungen welche Georg Faber durch Schläge auf den Kopf erhielt. Der Arzt welcher im Amtsgerichtsgefängnis Altötting erschien diagnostiziert eine mittelschwere Gehirnerschütterung. Auch am Körper des Vaters hatte die SA ihre Spuren hinterlassen. Hans Faber sprach während der Fahrt nicht viel, er hörte seinem alten Herrn zu. Endlich gegen halb 2:00 Uhr morgens wurde die Wohnung der Mutter erreicht. Hans Faber half seinem Vater die Treppen hinauf. Mutter Lotte stieß einen Freudenschrei aus. Immer wieder sagte sie“ danke danke Hans, ich wusste das du deinen alten Vater nicht im Stich lässt“. Trotzdem erklärte Georg Faber, „mein Sohn ist ein Nazi obwohl er sich scheinbar eine menschliche Ader gegenüber seinem Erzeuger bewahrt hat“. Die Mutter versuchte den mittlerweile doch sehr müde gewordenen Vater zu beruhigen und Hans sagte kurz bevor sein Vater einschlief:“ Vater ich werde dir morgen einige Dinge erzählen aber nur wenn du mir versprichst es nicht einmal der Mutter zu erzählen. Ich bin alles andere als ein Nazi gute Nacht.“ Georg Faber war die Verwunderung deutlich anzumerken, bevor er endgültig einschlief, um sich von den Tagen des Schreckens zu erholen. Auch Hans ging zu Bett, er trank noch einen Tee, die Mutter streichelte ihm wie früher als Kind, liebevoll durchs Haar.

Aussprache mit dem Vater

Erst gegen Nachmittag des nächsten Tages und nachdem Hans Faber mit Lore in München telefonierte kam der Vater zu sich, er saß angestrengt aber schon etwas erholt in seinem Wohnzimmersessel. Hans Faber wollte mit seinem Vater in eine nahe gelegene Gaststätte gehen. Der Vater sagte zu, mit der Bemerkung,“ das schaffe ich schon“. Mutter Lotte witterte Geheimnisse, sie wollte verhindern dass der Vater das Haus verließ. Aber Georg Faber kapiert in etwa worum es ging und beruhigte seine Frau. Leichthin hinkend folgte Georg Faber seinem Sohn in das nahe gelegene Café Bichl in den Grüben. Auf dem Weg dorthin grüßte und fragte der Redakteur Josef Stahlhofer Georg Faber „ wie es ihm denn ginge“. Stahlhofer war bis vor kurzem Redakteur in der „Altbayerischen Verlagsanstalt“ am Stadtplatz 47. Dort wurde die örtliche Heimatzeitung produziert. „ Ich habe es mit Hilfe meines Sohnes überstanden“ antwortete Georg Faber. Dann ging Stahlhofer weiter. Verdutzt fragte Hans Faber nach Stahlhofer, den er als katholischen, bayerischen Nationalisten im Gedächtnis hatte. Georg Faber informierte seinen Sohn, dass dieser Stahlhofer zu katholisch für die Nazis sei. Stahlhofer hatte einen besonderen Konflikt mit dem lokalen SS Mann Dr. Georg Basel. Im Café Bichl bestellte Hans Faber zwei starke Kaffees für sich und

den Papa. Es wurde darauf geachtet keine Zuhörer zu haben. „ Hör mal zu Papa was ich dir jetzt sage muss unter uns bleiben, du darfst es so auch nicht der Mama erzählen“ sagte Hans Faber. „ Ich bin ganz Ohr“ erklärte Vater Georg. Dann berichtete Hans offen und ehrlich über seine Tätigkeit zu Gunsten des KPD- Abwehr Apparates. Erstaunen aber auch Zustimmung war im Gesicht von Georg Faber zu lesen. Hans berichtete über sein Studium in Frankfurt und Hamburg. Dort ist er schon 1920 Mitglied der KPD geworden. Hans wurde als alter Frontkämpfer in den Hamburger Aufstand 1923 geschickt. Seit dieser Zeit entwickelte sich seine Freundschaft mit den KPD Spitzenfunktionären Hans Kippenberger und Ernst Schneller. Er berichtete wie er 1924 zum Schein Mitglied völkische Organisationen wurde,denn dem alten Frontkämpfer wurde getraut. Seit 1925 führte Hans Faber ein Doppelleben. Schon im Februar 1925 trat er in München in die NSDAP ein und war mit allen wichtigen Naziführern bekannt. Sein juristischer Rat war besonders gefragt bei Leuten aus der Naziführung, welche immer wieder Schwierigkeiten in der Weimarer Zeit mit dem Finanzamt hatten. Hans Faber war froh endlich mit dem Vater, wie mit einem Genossen reden zu können. Er betrachtete den 30. Januar 1933 als historische Niederlage für die Arbeiterbewegung, er erläuterte dem Vater, die Dimension diese Niederlage und machte klar, dass nur enge und professionelle konspirative Arbeit, die Kader der Arbeiterbewegung zumindest erhalten könnte. Ziemlich deutlich kritisierte er auch die KPD Führung welche immer noch“ vom revolutionären Aufschwung“ sprach. Nachdem Hans geendet hatte,sprach der Vater . Georg Faber war mit seinem Sohn mehr als zufrieden. Sie sprachen noch eine Weile über die Fortsetzung der illegalen Arbeit, speziell in den ländlichen Regionen, konkret über Burghausen. Hans Faber meinte, „in absehbarer Zeit wird es keine Möglichkeit geben besonders in kleinen Städten offen aufzutreten“. Aus vollem Herzen stimmte Georg Faber seinem Sohn zu. Georg Faber war immer noch Mitglied der SPD, obwohl er ursprünglich 1920 zu den Mitbegründern der KPD, welche aus USPD in Burghausen hervorging gehörte. Dann machte Hans Faber seinem Vater deutlich wie wichtig es auch für ihn sei, sich vorläufig absolut ruhig zu verhalten. Hans Faber sprach davon wie er den NSDAP Kreisleiter Schwägerl dazu brachte seiner Freilassung zuzustimmen. Hans Faber warnte seinen Vater auch davor, in nächster Zeit mit linken Freunden offen zu sprechen. Nach der Meinung von Hans Faber müsse abgewartet werden, denn der Terror der SA, das geplante Konzentrationslager in Dachau bei München, wird einige Charaktere brechen. Dann machten sich beide auf zur Mutter zurückzukehren. Hans Faber sah, dass sein Vater noch schlaf benötigte und sich erholen musste. Es wurde noch vereinbart, dass der Mutter nur gesagt würde, „ Hans ist gar kein richtiger Nazi“. Viele Mütter haben öfters die Neigung über ihre Söhne mit einer gewissen Begeisterung zu sprechen. Dazu gehörte auch Mutter Lotte. Am Nachmittag schliefen beide,gegen Abend bereitete die Mutter einen sehr wohl schmecken Schweinebraten zu. An Lore in München wurde ein Telegramm geschickt indem stand, dass Hans Faber übermorgen am 16 März wieder zuhause sei. Am nächsten Tag fuhr Hans zu seiner Schwester nach Kraiburg am Inn. Er wollte sich dort mit Fritz Rottmeier vom „ Aufbruchkreis“ treffen und einen ungeschminkten Bericht für Viktor über die Lage in der bayerischen Provinz in aller Ruhe verfassen.

Schreiben und ein Treffen in Kraiburg

Josef Schmidt empfing Hans Faber sehr freundlich. Der ungelenken Mensch,der Mann seiner Schwester Therese, wurde immer umgänglicher empfand Faber. Die Wohnung am Kraiburger Marktplatz war wie üblich gut geheizt. Therese platze fast vor Neugier bezüglich dessen was dem Vater widerfahren ist. Hans Faber berichtete ungeschminkt auch in Anwesenheit von Georg Schmidt. Der gute Katholik Schmidt lobte Faber für dessen „christliche Nächstenliebe“. Therese sah ihren Bruder, die meiste Zeit nur dankbar an und bewirtete ihn mit Kuchen und Kaffee. Anschließend zog sich Faber in eines der Fremdenzimmer zurück. Josef Schmidt brachte ihm eine gute Schreibmaschine. Faber saß fast die ganze Nacht an dem Bericht für Viktor, über die vorläufige Zerschlagung des Kommunismus und der Arbeiterbewegung in Südost- Oberbayern. Selbst in Kraiburg am Inn wurde der als Kommunist verschriene Ehling verhaftet. Faber stellte fest: „Alle unsere bekannten Kader in den Landkreisen Mühldorf und Altötting wurden verhaftet. Die Unter- Bezirksleitung Mühldorf existiert de facto nicht mehr. Nur Wimmer konnte sich vorläufig absetzen. Viele einfache Mitglieder sind eingeschüchtert, die Frauen der Festgenommenen verzweifelt. Es ist in der nächsten Zeit nur eine vorsichtige Arbeit durch die „ Roten Hilfe“ zugunsten der Inhaftierten möglich. Aber jede Geldsammlung muss sehr vorsichtig durchgeführt werden. Überall gibt es Nazispitzel und Verräter. Einige Verhaftete werden als Agent Provokateurs aus den Folterhöllen zurückkommen“ Faber schlug vor „ Freigelassene“ eine gewisse Zeit von jeder Parteiarbeit fernzuhalten. Zu groß war die Gefahr, dass sie entweder weiter überwacht wurden bzw. als Agenten tätig sind. Beim Schreiben merkte Faber wie weit er sich von der offiziellen Parteilinie entfernte. Die Komintern in Moskau, Schubert, Schulte, Wehner, Dahlem, Pieck und Ulbricht in Berlin wollten die Niederlage nicht wahrhaben. Aber die Niederlage war greifbar. Die Nazis konnten sich nicht nur auf den alten Staatsapparat stützen. Nein sie hatten eine wirkliche Massenbewegung hinter sich. In fast jedem Haus in Deutschland gab es Spitzel und Angeber. In dem Bericht an Viktor sprach sich Faber weiterhin für die Trennung des Abwehr Apparates, vom Parteiapparat aus. Faber sah im Abwehrapparat eine Möglichkeit den Schlägen des Naziterrors zu entkommen. Die Masse der Mitarbeiter des Kippenberger Apparates waren den staatlichen Stellen und den Nazis nicht bekannt. Nach der Meinung von Faber müsse die eigentliche Parteiarbeit von weniger bekannten Jungkommunisten, aus dem KJVD und des „ Kampfbundes gegen den Faschismus“ fortgesetzt werden. Eine Verwicklung des Nachrichtendienstes in die direkte Parteiarbeit, der KPD beinhaltete das Risiko, diesen noch funktionierenden Dienst und somit die Aufklärung extrem zu gefährden. Im Bericht von Faber wurde auch auf die Differenzen innerhalb der Nazibewegung eingegangen. Die SA Führung war schon unzufrieden, dass sie nur an der blutigen Welle gegen Kommunisten und Sozialdemokraten teilnehmen durfte. Zwar war Heines Polizeipräsident in Breslau und der junge Schönling Karl Ernst, ein hoher Funktionär der SA in Berlin. Aber dennoch waren diese Leute unzufrieden. Röhm wollte unbedingt Minister, am besten Reichswehrminister werden. Aber dagegen stemmte sich die Reichswehrführung. Nach der Meinung Fabers würde es irgendwann zum Konflikt kommen. „Dieser Konflikt wäre Ausdruck von unterdrücktem Ehrgeiz der SA Führung in Kombination mit kleinbürgerlicher Unzufriedenheit. Bezüglich der nicht eingehaltenen sozialen Versprechungen der Faschisten. Aber ohne schlagkräftige Arbeiterbewegung, ohne real vorhandener marxistischer Kader würde der sich anbahnende Konflikt nicht ausgenutzt werden können.“ Mit etwas anderen Worten gab Hans Faber, eigentlich die Position von „Neu Beginnen“ wieder. „ Neu Beginnen „ lehnte sich eng an Lenins Schrift „ Was Tun“ an und gab die Losung aus, die Kader zu beschützen und nicht durch auffällige Aktionen zu verheizen. Gleichzeitig war für Faber „ Neu Beginnen“ ein konspiratives Abenteuer. Miles wollte aus SPD, KPD, SAP und KPO Kadern eine neue Arbeiterpartei schaffen. Das erschien Faber etwas konstruiert. Dennoch schrieb Faber in etwas anderen Worten an Viktor, die Position der Gruppe „ Neu Beginnen“ bezüglich des Faschismus. Die Gruppe hatte im Reich etwa 100 Aktivisten bestehend aus mittleren KP und SP Funktionären. Faber beschloss den Bericht auch an „ Neu Beginnen“ direkt am Baum 6 im „Englischen Garten“ in München zu übergeben. Dann fertigte Faber noch einen speziellen Bericht für Hans Beimler Landesleiter der KPD Bayern an.

 

Die Lage der KPD in Südostoberbayern

Faber schrieb: „ Von unseren 20.000 Mitgliedern in Bayern sind bereits über 2.000 in Haft. Weitere Verhaftungen werden folgen. Bis dato wurde der mittlere Funktionärskreis der KPD durch Terror und Inhaftierungen der Partei entzogen. Dadurch sind weite Teile der Führung vom direkten Kontakt mit der Basis abgeschnitten. Die Lage ist dramatisch. Ihr müsst sehr vorsichtig sein. Achtet auch darauf wer bereit ist weiter Widerstand zu leisten. Prüft genau die Leute. Es werden Provokateure auftauchen. Setzt auf die Jugend.“ Dann schrieb Faber über den Charakter der KPD Mitgliedschaft in Südbayern. Der Bericht befasste sich mit dem Phänomen, dass die KPD in der Weimarer Republik in den katholischen Regionen oftmals stärker war als in den protestantischen ländlichen Gebieten. Bei der Reichstagswahl im November erreichte die KPD in gesamt Bayern ein Wahlergebnis von 10,30%. In den protestantischen Gebieten mit der Ausnahme von Arbeiter Städten, wie Nürnberg, Fürth und Schweinfurt sowie dem Sonderfall Selb, wo die KPD weit stärker war als die Nazipartei und die SPD, war das Wahlergebnis in Mittel und Nord Bayern schlechter als in Südbayern und der Oberpfalz. Dies hatte nach Faber einfache Gründe. Natürlich war das Wahlergebnis in Augsburg und München mit 20% und fast 20% sehr gut. Aber in diesen Städten war die KPD keine in den Betrieben massiv vorhandene Arbeiterorganisation mehr. Sie war im wesentlichen eine Organisation von Arbeitslosen. In den ländlichen Gebieten, den klein und Mittelstädten waren die Masse der Mitglieder meist ungelernte Arbeiter, Heimarbeiter, Tagelöhner, oder in den Steinbrüchen im bayerischen Wald beschäftigt. Die Ausbeutung, das Elend war hier besonders verbreitet. Im Rahmen des verzögerten Industrialisierungsprozesses wurden hier die Arbeiter extrem ausgenommen. Dies galt von den Bergarbeitern in Penzberg, bis hin zu den neuen Arbeiterschichten in den Aluminiumwerken in Töging am Inn, bzw. auch zum Teil in der Wacker Chemie in Burghausen. Obwohl bei Wacker sozialdemokratische Facharbeiter den Ton angaben. Meist bestand in den ländlich geprägten Gebieten keinerlei soziale Kompromisslinie. Oftmals fehlte der privilegierte sozialdemokratische Arbeiteraristokrat. Letzteres galt besonders für die Ungelernten am Bau. Der Sozialprotest war deshalb besonders verbreitet. Die Masse der KPD Wähler waren in Südost Oberbayern nicht Menschen aus dem klassischen historisch gewachsenem Proletariat, sondern viele waren noch bis vor kurzem Bauern. Es gab eine extremen Ausbeutung, in den Klein und Mittelunternehmen, aber auch in den modernen größeren Betrieben, die oftmals erst in diesem Jahrhundert entstanden sind. In den ländlichen Gegenden waren die ungelernten Arbeiter verelendet, sie lebten in Not und Existenzangst. Die Abscheu gegenüber den örtlichen Kapitalisten, sowie den örtlichen Honoratioren war ziemlich ausgeprägt. Gleichzeitig waren viele dieser Menschen vom Katholizismus geprägt. Ihre Ablehnung des bestehenden orientierte sich an den radikalen Heilsversprechungen der KPD. Die Mitgliedschaft der KPD war in Teilen nicht besonders stabil und zudem Ortsbekannt. In den Klein und Mittelstädten war das kommunistische Milieu fast komplett erfasst, in den Dörfern und Marktgemeinden erst recht. Dort galt der Kommunist als absoluter Außenseiter. Unter diesen Bedingungen bedeutende illegale Aktionen durchzuführen, hielt Hans Faber in der nächsten Zeit für schier unmöglich. Während des Schreibens des Berichtes kam in Hans Faber immer wieder eine gewisse Skepsis auf. Zwar glaubte er, dass Hans Beimler, den Bericht gutheißen und verstehen würde, aber war sich nicht so sicher inwieweit die KPD Führung im Stande war mit realen Berichten etwas anzufangen. Anschließend legte Hans Faber, für Beimler noch die Letzten Reichstagswahlergebnisse aus dem „Herz Bayerns“ dem Wallfahrtsort Altötting bei. Den Zahlen konnte die Dominanz der BVP sogar noch anlässlich der Terror Wahlen vom 5 März entnommen werden. Zusätzlich der Fakt, dass sowohl in Altötting als auch in Burghausen SPD und KPD, zusammengerechnet noch um einiges stärker waren als die Nazis. In dem Schriftsatz waren die Wahlergebnisse für die Stadt Neuötting aufgelistet. –

„Wahl vom 31. Juli 1932:

SPD (492 Stimmen)

NSDAP (Hitlerbewegung) (379 Stimmen)

KPD (285 Stimmen)

Deutschnationale Volkspartei (21 Stimmen)

Deutsche Volkspartei (11 Stimmen)

Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei e.V.) (7 Stimmen)

Deutsche Staatspartei (1 Stimme)

Bayerische Volkspartei (1.022 Stimmen)

Christlich sozialer Volksdienst (Evangelische Bewegung) (11 Stimmen)

Volkrechtspartei (2 Stimmen)

Bayerischer Bauern- und Mittelstandsbund (Deutsche Bauernpartei) (32 Stimmen)

Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (7 Stimmen)

Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bauern (-)

Landwirte, Haus- und Grundbesitzer (1)

Nationalsozialistische Kleinrentner, Inflationsgeschädigte und Vorkriegsgeldbesitzer (3)

Arbeiter- und Bauernpartei Deutschlands (Christlich radikale Volksfront) (-)

Nationalsozialistischer Volksbund für Wahrheit und Recht (-)

Freiheitliche nationalsozialistische Deutsche Mittelstandsbewegung (-)

Wahl vom 6. November 1932

NSDAP (Hitlerbewegung) (366 Stimmen)

SPD (505 Stimmen)

KPD (316 Stimmen)

Deutschnationale Volkspartei (35 Stimmen)

Radikaler Mittelstand (4 Stimmen)

Bayerische Volkspartei (1.012 Stimmen)

Deutsche Volkspartei (10 Stimmen)

Deutsche Staatspartei (2 Stimmen)

Christlich sozialer Volksdienst (Evangelische Bewegung) (3 Stimmen)

Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei e.V.) (3 Stimmen)

Bayerischer Bauern- und Mittelstandsbund (Deutsche Bauernpartei) (24 Stimmen)

Volksrecht-Partei (-)

Sozialrepublikanische Partei Deutschlands (Hörsing-Bewegung für Arbeitsbeschaffung) (-)

Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (2)

Kleinrentner, Inflationsgeschädigte und Vorkriegsgeldbesitzer (2)

Enteigneter Mittelstand (1)

Handwerk, Handel- und Gewerbetreibende (4)

Wahl vom 6. März 1933

NSDAP (Hitlerbewegung) (695 Stimmen)

SPD (500 Stimmen)

KPD (219 Stimmen)

Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (42 Stimmen)

Bayerische Volkspartei (1.034 Stimmen)

Deutsche Volkspartei (9 Stimmen)

Christlich Sozialer Volksdienst (Evangelische Bewegung) (3 Stimmen)

Deutsche Staatspartei (2 Stimmen)

Bayerischer Bauern- und Mittelstandsbund (Deutsche Bauernpartei) (22 Stimmen)“

 

Im Landkreis Altötting mit seiner großen bäuerlichen Bevölkerung hatte die Reichstagswahl vom 5. März folgendes Gesamtergebnis. NSDAP 6.381 Stimmen, SPD 3.134 Stimmen, KPD 1.473 Stimmen, BVP 11.331 Stimmen, DNVP 334 Stimmen, DVP 107 Stimmen, Deutsche Bauernpartei 2.073. Dazu kamen noch einige Einzelstimmen für Kleinparteien. Hans Faber schlussfolgerte, dass die KPD und SPD zusammen fast so stark waren wie die Nazis. In den Städten Neuötting und Burghausen sogar wesentlich stärker.

Dann befasste sich Faber noch mit der politischen Situation in Mühldorf am Inn. Der NSDAP- Kreisleiter Fritz Schwägerl nannte bezüglich Mühldorf während des Abends in Neuötting keine Namen der verhafteten Kommunisten und Sozialdemokraten, in dem wichtigen Verkehrsknotenpunkt Mühldorf. Hans Faber ging aber auch bezüglich Mühldorf von einigen Verhaftungen aus. Offensichtlich hielt Schwägerl, die Umgebung von Mühldorf für weniger gefährlich als die Städte Burghausen, Altötting, Neuötting und den Arbeiter Wohnort Töging, mit den dazugehörigen Aluminiumwerken, sowie den „Inn Schleusenanlagen“ zwecks Elektro Gewinnung. Im Landkreis Mühldorf,bis auf die Stadt Mühldorf selbst, war das Wahlergebnis vom 5. März, sowohl für SPD und KPD schlechter als im Landkreis Altötting. In beiden Landkreisen behielt aber die konservative katholische BVP entgegen dem bayerischen Trend, die Mehrheit. Im Landkreis Altötting war diese Mehrheit noch wesentlich deutlicher als im Landkreis Mühldorf. Als Basis für streng konspirative illegale Tätigkeit sah Hans Faber das Betriebswerk der Reichsbahn in Mühldorf am Inn an. Dort hatte die KPD einige Mitglieder, welche den Nazis nicht bekannt waren. Hier wurde weitgehend auf offene RGO Arbeit verzichtet. Im Betriebswerk der Bahn in Mühldorf gaben sich die KPD Mitglieder in der Weimarer Republik nicht offen zu erkennen. Die Betriebszeitung „ Der Rote Eisenbahner“ wurde von außen, durch Ortsfremde in der halb legalen Zeit an den Betriebstoren verteilt. Ob der realistische Bericht in der KPD Führung positiv aufgenommen werden würde bezweifle Hans Faber. Immer noch träumte man vor der bevorstehenden Revolution und wollte die Niederlage der Arbeiterbewegung nicht wahrhaben. Mit diesem Bedenken im Kopf legte sich Hans Faber schließlich schlafen.

Fritz Rottmeier in Kraiburg am Inn

Am 15 März kam der seit langer Zeit konspirativ- für den Militärapparat- arbeitende Fritz Rottmeier am Bahnhof Kraiburg gegen Abend an. „ Hallo Faber weißt du schon das neueste“ rief Rottmeier. Faber verneinte am Bahnhof,der mitten im Wald lag. Im Auto begann Rottmeier zu erzählen: „ Ministerpräsident Held ist heute am 15. März aus Gesundheitsgründen zu seinem Bruder in die Schweiz gereist. In einem recht klaren Schreiben legte er die Geschäfte vorläufig nieder. Deine Lore hat mir bei Baum 3, wo sie deinen Hund Poldi ausführte, heute Vormittag nach dem Stichwort Viktor mit C erzählt, was morgen passiert. Epp übernimmt ohne formaljuristische Rücksichten einfach als kommissarischer Ministerpräsident am 16. März, die Regierung und setzte kommissarische Minister ein: für das Innere Gauleiter Adolf Wagner, für Finanzen den Oberbürgermeister von Lindau Ludwig Siebert, für Justiz deinen Anwaltskollegen Hans Frank, für Kultus Gauleiter Hans Schemm . Gleichzeitig wurde die Einrichtung von SA-Sonderkommissaren für alle Regierungen und Bezirksbehörden,teilweise auch auf der Ebene der Kommunen, unter Kommissar Röhm, verfügt und Himmler ganz offiziell zum Leiter der Bayerischen Politischen Polizei ernannt. Ein gewisser Heydrich leitet in Wahrheit die polizeiliche Verfolgung in Bayern. Er scheint nach Lore, das Gehirn des Terrors zu sein. Übrigens deine Lore ist ein flotter Feger. Sie hat sich bei mir über Avancen des Rock Jägers Heydrich beschwert. Ich hoffe deine Lore ist zuverlässig und treu“.

Nachdem Rottmeier geendet hatte parkte Faber seinen Wagen am Kraiburger Marktplatz. Die beiden Freunde gingen zum Stolz Bräu am Stadtberg. Hans Faber benötigte jetzt etwas Alkohol, um sich zu beruhigen. Das örtliche Bier hatte auch geschmacklich etwas zu bieten. Freundlich wurde Faber vom Wirt und Brauereibesitzer begrüßt. In einer Ecke des Lokals begannen die beiden Freunde die Lage noch gründlicher zu besprechen. Faber ging von einer längeren Herrschaft der Nazis aus. „ Die haben eine Massenbasis Fritz und jetzt die Repressionsorgane des Staates in der Hand “ erklärte Faber. Eindringlich versuchte Faber klarzulegen wie stark die Nazis seien und dass Widerstand nur auf streng konservative Basis möglich sei. Faber wiederholte seine Grundgedanken aus den Berichten an Viktor, sowie an Hans Beimler. Dann wollte Rottmeier noch einige Details über die Naziführung erfahren. Hans Faber berichtete ausführlich über die innere Struktur der Nazi Partei. „Göring und Röhm können sich nicht riechen. Der so genannte Stellvertreter des Führers Rudolf Hess ist nur Sekretär und ein esoterischer angehauchte Fanatiker. Streicher in Nürnberg ist eine Drecksau, sein Blatt „Der Stürmer“ bedient die niedrigsten Instinkte der Nazianhänger und ist eigentlich ein pornographisches Blatt, welches sich über angebliche Sauereien die Juden gegenüber “ arischen Mädchen“ auslässt. Alfred Rosenberg gilt nach wie vor als Chefideologe, wird aber selbst von Goebbels nicht ernst genommen. Die alten Kämpfer Hitlers Christian Weber, Hermann Esser, Max Amann bleiben alle in München. Enorm gefährlich und brutal ist der neue Polizeichef, der SS Führer Himmler. Dieser Himmler ist nicht nur brutal sondern pedantisch darauf bedacht alle Gegner des Naziregimes unerbittlich zu verfolgen. An seiner Seite arbeitet der ehemalige gescheiterte Marineoffizier Reinhard Heydrich mit bösartiger Obsession und Intelligenz. Röhm ist damit beschäftigt seine Gewaltfantasien auszuleben. Der Gauleiter Wagner ist ein phrasendrescherder Trunkenbold aber sehr gefährlich. Hermann Esser wird in Bayern bleiben vielleicht noch irgendeine repräsentative Funktion im Reich erhalten. All diese Leute sind vereint im Kampf gegen die Arbeiterbewegung obwohl sie untereinander viele Differenzen haben. Vorläufig können wir nicht darauf setzen, dass wir von diesen Differenzen profitieren könnten. Hitler ist vollständig dem Monopolkapital ergeben. Hitler hat der Bourgeoisie zugesichert, erstens die Arbeiterbewegung brutal zu zerschlagen, zweitens dadurch die Verwertungsprobleme des Kapitals radikal zu beheben und drittens durch ein Programm der Aufrüstung ihnen Maximalprofite zu bescheren. Letztendlich wird das ganze im Kampf um die Neuaufteilung der Welt durch den deutschen Imperialismus enden können. Hitler ist keine direkte Marionette des Kapitals, er hat eine gewisse politische Unabhängigkeit, die Bourgeoisie verzichtete auf ihre direkte Herrschaft in dem sie auf faschistische Massenbewegung setzt, welche das kapitalistische System selbst auf die Gefahr des Bürgerkrieges hin rettet und stabilisiert. „ Rottmeier machte sich ausführliche Notizen. Plötzlich trat ein großgewachsener Mann auf die beiden Freunde in der Ecke des Lokals zu. Es war der sich selbst so nennende „Gutsbesitzer“ Baumann vom Gut Ensfelden bei Kraiburg. Er lud für den morgigen Tag die beiden Freunde zum Mittagessen auf seinem Einödhof in Ensdorf ein. Faber sagte direkt zu, denn auf den 3-4 km langen Weg zu dem Gehöft konnte er in Ruhe weitere Dinge mit Rottmeier besprechen. Dann gingen beide in die Wohnung von Therese, bekamen noch etwas warmes und legten sich hin. Für Joseph Schmidt war der Pensionsgast wieder einmal ein Klient seine Schwagers, der aber gar nicht bürgerlich aussah.

 

 

Bildergebnis für Burghausen KPD

Bildergebnis für Burghausen KPD

Bildergebnis für Burghausen KPD

 

Max Brym zu seinem Buch „Oskar Quengels Auftrag: Für Kippenberger bei General von Schleicher“

In München-Schwabing sprachen wir mit dem Publizisten und linken Aktivisten Max Brym über seinen Polit-Agenten-Thriller, antifaschistische Strategien gegen die historischen Nazis – und die heutigen.

Max Brym zu seinem Buch „Oskar Quengels Auftrag: Für Kippenberger bei General von Schleicher“

In deinem letzten Buch, „Oskar Quengels Auftrag“, geht es um einen jungen Kommunisten, der für die KPD der späten 1920er und 30er Jahre bei den Nazis spioniert. Was ist die Ausgangslage des Protagonisten?

Oskar Quengel befindet sich im „Abwehr“-Apparat der damaligen KPD. Er hatte die Aufgabe, feindliche Agenten zu finden und gleichzeitig selber Informationen zu sammeln und Zersetzungsarbeit zu leisten. Der Held hat den Auftrag, an der Spitze der Reichswehr, unter General von Schleicher, scheinbar für die Reichswehr die KPD auszuspionieren. Aber in Wirklichkeit informiert er die KP, was in der Reichswehr los ist, zum Teil auch in der damaligen Nazi-Führung.

Es geht dabei um mögliche Querfront-Strategien, um die Risiken des Faschismus für das Kapital, wie weit ihm zu trauen ist. Und der kommunistische Doppelagent kommt vor der Machtübernahme der Nazis zum Schluss, dass sich sämtliche Kapitalfraktionen auf Hitler verständigen. Weil die Verwertungskrise des Kapitals zu groß war. Man setzte auf die Karte Hitler, um die Verwertungskrise zu lösen, die Arbeiterbewegung vollständig zu zerschlagen und einen neuen Krieg vorzubereiten.

Ein Stichwort, das du genannt hast: Querfront. 1932 gab es einen Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben, der auch im Buch vorkommt. Die Faschist*innen haben ebenfalls zu diesem Streik aufgerufen. Über diese Episode gibt es bis heute eine taktische und strategische Auseinandersetzung…

Bis heute wird der Verkehrsbetriebe-Streik von Bürgerlichen benutzt, um den Kommunisten zu unterstellen, sie hätten mit den Nazis zusammengearbeitet. Das sehe ich nicht so und auch der Romanheld sieht es nicht so. Er geht davon aus, dass über 70 Prozent der Arbeiter bei den Berliner Verkehrsbetrieben für den Streik gestimmt haben. Und nachdem das passiert war, haben sich die Nazis an diesem Streik scheinbar beteiligt.

Die KP hat damals richtig entschieden, den Streik nicht abzubrechen, weil vorher die Nazis immer aktive Streikbrecher gewesen waren. Wenn man den Streik jetzt ihretwegen abgebrochen hätte, könnten sie mit dieser Taktik auf den Streikbruch verzichten.

Du schreibst ja auch darüber, wie sich die Faschist*innen gegenüber der Arbeiter*innenklasse verhalten. Der Romanheld beschreibt, wie er in den Arbeiter*innenvierteln Neuköllns nach der Machtübernahme viele Hakenkreuzfahnen aus den Fenstern hängen sieht. Einige, meint er, waren aus Angst, andere aber auch „echt“. Du schilderst dazu im Roman:

Es hat einen politischen Einbruch der Nazis in die Arbeiterklasse gegeben. Dieser wurde erzwungen durch Terror sowie durch demagogische politische Versprechungen.

Es gab Ende 1932 um die sechs Millionen Arbeitslose in Deutschland. Die Nazis haben versprochen, jeden in Arbeit und Brot zu bringen. Dieses Versprechen haben sie mit einer Verzögerung ab 1935 eingehalten. Aber nicht aufgrund eines sozialpolitischen Programms, sondern aufgrund der Parole „Kanonen statt Butter“, also durch Hochrüstung. Da wurden viele Langzeitarbeitslose dann eingebunden, schlecht bezahlt, aber sie hatten einen Job – für den Krieg.

Schon vor ‘33 hat die NSDAP weitgehend aufgegeben, demagogisch in die roten Arbeiterviertel einzudringen. Es gab relativ geschlossene Viertel, den „roten Wedding“, das „rote Neukölln“, das „rote Ruhrgebiet“. Die Arbeiterbewegung war relativ stabil in der SPD und KPD. Ideologisch da hineinzukommen ist nicht gelungen. Was gelungen ist: die Arbeiterklasse zu desorientieren, sie passiv zu machen, nachdem man nach dem inszenierten Reichstagsbrand die ganze „mittlere Garnitur“ der KPD und SPD verhaftet und in die Lager gebracht hat. Damit war die Vorbereitung auf die Illegalität weg, wie der Roman zeigt.

Nach der Machtergreifung in Bayern am 9. März zum Beispiel hat man um die 3.000 Kommunisten in die SA-Folterkeller und das neuerrichtete Konzentrationslager Dachau gebracht. Es gab dann die noch Kampfbereiten an der Basis und eine Führung, die mit einem falschen theoretischen Konzept in der Luft hing.

Kommen wir zur Gegenseite der Nazis. Wie haben die Organisationen der Arbeiter*innenklasse gegen den Faschismus gekämpft? Der Großteil der Handlung spielt in der Zeit der „Dritten Periode“, in der es die „Sozialfaschismusthese“ gab. Über die Politik der stalinisierten KP von 1930 sagt Oskar Quengel:

Eigentlich wäre es doch vernünftig, mit den Sozis zusammen Abwehrbündnisse gegen die Nazis zu schließen, schoss es mir damals durch den Kopf. Aber für uns waren sie ja Sozialfaschisten. Auf der anderen Seite schloss auch die sozialdemokratische Seite jedes Abkommen mit uns aus. Dabei waren die Plakatkleber der KPD und SPD gleichermaßen von den SA-Schlägern und -Mördern bedroht.

Das schildert doch sehr plastisch die Tragödie, in die die beiden großen Organisationen unserer Klasse brachten. Welche politische Bedeutung hat diese Phase deiner Ansicht nach?

Die damalige KP war durch die Führung Stalins und die Stalinisierung der Kommunistischen Internationale absolut unfähig, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Sie gingen ab 1928 davon aus, dass es aufgrund der eintretenden kapitalistischen Krise zu einem ununterbrochenen revolutionären Aufschwung kommt. Und der Hauptgegner war die Sozialdemokratie, dem man das Attribut „sozialfaschistisch“ anheftete.

Die KP-Politik vor ‘33 war in Bezug auf den Faschismus mehr als irre: Es gab Zentrumsfaschisten, Sozialfaschisten, Hugenberg-Faschisten, Hitler-Faschisten, es gab sogar Trotzki-Faschisten und Brandler-Faschisten. Und da bekommst du natürlich ein Problem. Wenn es nur noch Faschismen gibt, siehst du am Schluss vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Also der eigentliche Faschismus wird nicht mehr erkannt und du führst auch keine Einheitsfront mehr durch.

Die KPD-Führung hat damals gesagt: „Einheitsfront nur von unten.“ Das war ein Ultimatismus. Nicht das Angebot auf Verständigung zu gemeinsamem Aktionen gegen den Faschismus, sondern: Ihr Sozialdemokraten habt euch uns zu unterwerfen! So funktioniert keine Einheitsfront-Politik. Das war ein klarer Bruch zu den Beschlüssen der Kommunistischen Internationale auf ihren ersten vier Weltkongressen.

Es gab ja, dazu kommst du ganz am Ende des Buchs, einen großen Schwenk der Komintern, so lange es sie noch gab: die Volksfront, die Zusammenarbeit mit „progressiven“ Teilen der Bourgeoisie. Wieso auf einmal das scheinbare „Gegenteil“ der Sozialfaschismusthese, wo man nicht einmal mit Arbeiter*innenorganisationen zusammen gegen den Faschismus arbeiten wollte?

Die stalinistische Politik war in Russland wie international geprägt von einem empirischen Zickzackkurs. Heute war das eine richtig, morgen das genaue Gegenteil. Erst wollte man nicht einmal mit anderen Arbeiterorganisationen zusammen Aktionen machen. Ab 1935 machte sich dann eine von Stalin geförderte Strömung bemerkbar, die ein Bündnis mit angeblich fortschrittlichen Teilen der bürgerlichen Klasse forderte.

Das beruhte auf der Faschismus-Definition von Georgi Dimitroff auf dem siebten Weltkongress der Komintern: „Der Faschismus ist die offen terroristische Diktatur der reaktionärsten, imperialistischsten und chauvinistischsten Elemente des Finanzkapitals.“ Aus so einer Definition leitet sich sofort ab, dass es daneben auch einen fortschrittlichen Teil der Bourgeoisie gibt. Das Bündnisangebot auf diesen angeblichen Teil war auf eine längere Periode ausgelegt. Damit schloss es in Frankreich oder Spanien die Möglichkeit auf eine wirklich sozialistische Revolution aus.

Die KPD hat also unter Stalin zwei entscheidende Verbrechen begangen. Sie hat aufgrund der Sozialfaschismusthese den Faschismus in Deutschland unter anderem möglich gemacht. Und sie hat mit der Volksfront sozialistische Möglichkeiten in Frankreich und Spanien verspielt, was wiederum dem Faschismus nutzte.

Ein rotes Spanien 1936 hätte das Kräfteverhältnis in Europa geändert, aber da war man plötzlich Verteidiger des Privateigentums. Die spanischen Bauern hatten kein großes Interesse dafür zu kämpfen. Sie wollten den Boden der Großgrundbesitzer, der wiederum aber war ja vielleicht ein „antifaschistischer“ Bündnispartner. Auch die Arbeiter, speziell in Barcelona, gingen dazu über, die Betriebe unter eigene Regie zu stellen. Die Komintern sagte: Nein, das geht nicht. Wir haben eine Etappe festgelegt. Wir haben dieses Bündnis mit dem Bürgertum, ergo gebt die Fabriken an die Kapitalisten zurück, beschlagnahmt ja kein Land. Das hat sozial den Vormarsch des Faschismus erleichtert.

Die Krux ist, das versuche ich anhand des Romans zu zeigen, dass die stalinistische Politik immer statisch ist, Etappen einhält. Einmal gibt es nur einen revolutionären Aufschwung. Dann gibt es nur noch ein Defensivbündnis, sogar mit der Bourgeoisie.

Wir erleben zurzeit in Europa den Aufschwung rechter Bewegungen und Parteien. Du hast vorhin die Dimitroff-Definition kritisiert. Wie würdest du heutige rechte Gruppierungen wie die AfD oder Pegida charakterisieren?

Ich habe das Buch unter anderem geschrieben, weil ich etwas gegen die „Gegenwartsfanatiker“ habe. Leute, die Erfahrung – und Geschichte ist geronnene Erfahrung – ignorieren. Eine faschistische Bewegung zeichnet sich damals wie heute dadurch aus, dass sie die Arbeiterbewegung radikal attackiert, zum Straßenterror übergeht, dass es für Linke überall brandgefährlich wird. Es gibt heute in Europa natürlich faschistische Bewegungen.

Mir gefällt der Begriff „rechtspopulistisch“ für Parteien wie die AfD nicht, der das „Populäre“ kritisiert. Populär will ich selber sein! Nennen wir sie rassistisch. Sie ist im Übergang zum Faschismus, es ist aber noch unklar, welcher Flügel sich wirklich durchsetzt. Eine Figur wie Björn Höcke (AfD) setzt auf Straßenmobilisierungen, das sagt er auch selber. Sein enger Bündnispartner im Parteivorstand ist Gauland. Es gibt aber auch eine neoliberale, durchaus rassistische aber nicht faschistische Clique um Alice Weidel, oder schwankende Figuren wie Meuthen.

Ist die AfD faschistisch oder nicht? Sie ist im Übergang. Sie jetzt schon als faschistisch zu kennzeichnen, würde bedeuten davon auszugehen, dass überall dort, wo sie stark ist, bereits massiver Terror gegen Linke und Andersdenkende stattfindet. Jetzt gerade testet die AfD aber erst vieles aus. Im Westen gibt es einige, die ein Hugenberg-Konzept haben – aber auch klare Straßenfaschisten, die sich zu Hitler bekennen und Demagogen wie Jürgen Elsässer oder Pegida, die faschistisch sind.

Hier in München fand vom 3. zum 5. Mai der Antifa Kongress Bayern statt, gegen den Widerstand von „Gewerkschaft“ der Polizei (GdP) und DGB-Bundesvorstand im Münchner Gewerkschaftshaus. Dafür hatten sich viele Gewerkschafter*innen und Linke in München eingesetzt.

Vor dem Kongress gab es eine Dauerkundgebung, weil Rechte – Pegida und AfD – ihrerseits Kundgebungen dagegen angemeldet hatten. Von Pegida München kam es zu Terrordrohungen gegen Gewerkschafter*innen und Linke mit Anspielungen auf den NSU und das Oktoberfestattentat…

Das war offen faschistisch. Davon wird sich die AfD auf Dauer nicht distanzieren können. Formal waren die Kundgebungen von AfD und der faschistischen Pegida München getrennt. Aber dadurch, dass man gemeinsam in der gleichen Straße gegen die gleichen Linken und Gewerkschafter*innen demonstrierte, zeigte sich diese enge Verbindung zwischen den beiden Fraktionen.

Eine Prognose: Gauland und Höcke werden sich in der AfD durchsetzen. Dann kann man von einer faschistischen Partei sprechen.

Es gibt verschiedene Vorschläge, wie man mit der AfD „umgehen“ soll. Manche wollen mit ihr reden und nur aufklären. Andere wollen ein Bündnis der „87 Prozent Demokrat*innen“ gegen die AfD, eine Volksfront also. Wieder andere wollen ganz auf sich allein gestellt gegen die AfD kämpfen, in Stellvertretung und ohne die organisierte Arbeiter*innenklasse.

Ich halte es für keine gute Idee, unter dem Motto „München ist bunt“ Flugblätter zu machen, in denen möglichst wenig drin steht, aber dafür dann alle Parteien und Grüppchen drauf sind, von CSU bis DKP. Dann entsteht folgender Effekt: Die Demagogie der Rechten „funktioniert“ insofern, als dass die AfD die einzigen „Alternativen“ zum Establishment sind. Mit Leuten wie Söder Einheit gegen Rechts zu machen, heißt die Verbindung zu sozialen Kämpfen zu negieren.

Auf der anderen Seite lehne ich eine ultralinke Politik ab, wie ich sie in bestimmten Kaffeehäusern habe. Da gibt es eine bestimmte Gruppenidentität, die sich durch möglichst unverständlichen Ausdruck und eine einheitliche Kleidung auszeichnet. Diese Leute lehnen jegliche Einheitsfront-Politik mit anderen Linken ab.

Man muss das demokratische Spektrum, das sich noch irgendwie auf die Arbeiterbewegung stützt, zusammenbringen. Wann wird wo blockiert, wann schlagen wir wo wie gemeinsam gegen die Nazis zu, dazu brauchen wir eine Einheit. Gleichzeitig braucht es Agitationsfreiheit der verschiedenen Gruppen, ohne dass das als Bruch vom Bündnis interpretiert wird. Die Diskussion verschiedener Strategien ist notwendig und läuft der Einheitsfront nicht zuwider.

Danke für deine Einschätzungen! Was wird dein nächstes Buch?

Das nächste Buch spielt 1933 bis 1938 in Bayern, wieder ein Polit-Agenten-Thriller: „Verrat in München und Burghausen“. Es geht um Verrat innerhalb der KPD Südbayern. Und die Gruppe „Neu beginnen“ wird eine Rolle spielen.

Max Brym (2017): Oskar Quengels Auftrag: Für Kippenberger bei General von Schleicher. Erhältlich bei bookra. 149 Seiten.

 

 

aus https://www.klassegegenklasse.org/interview-mit-max-brym-ist-die-afd-faschistisch-oder-nicht-sie-ist-im-uebergang/

 

 

 

Sehr geehrter Herr Brym, ich bin 80 Jahre alt und habe ihr Buch „ Oskar Quengels Auftrag- Für Kippenberger bei General von Schleicher“ gelesen. Kompliment. Ich wurde im Osten Deutschlands groß, ihr Buch hat mir neue Zugänge zur Geschichte des deutschen Kommunismus, sowie des Kampfes gegen den Faschismus verschafft. Ihr Roman ist ein historisches Dokument ohne jegliche Heldenverehrung. Sie zeigen tapfere Klassenkämpfer in ihrem Widerspruch, Klar benennen Sie Fehler und Irrtümer bei deutschen Kommunisten. Die Verantwortung der damaligen Komintern Führung für die falsche Politik der KPD wird deutlich gemacht. Neu war mir ihre Darstellung der Neumann – Remmele Opposition, gegen die falsche Politik Stalins. Ich musste einiges nachlesen um Ihnen zu glauben. Aber es war wirklich so- Neumann wollte den Faschismus militant bekämpfen selbst auf die Gefahr einer Niederlage hin. Das war mir neu. Vielen Dank für ihre Ausführungen in dem Buch. Grundsätzlich finde ich Ihre Idee gelungen einen fiktiven Helden im Rahmen realer Geschehnisse wirken zu lassen. Ich finde es auch gelungen die Brandler Thalheimer Gruppe (KPO), die Versöhnler und die Trotzkisten in dem Buch vorkommen zu lassen. Alle hatten eine klarere Vorstellung über den Kampf gegen den Faschismus als die letzte KPD Führung in der Weimarer Republik. Dennoch findet bei Ihnen keine Negation der Person Ernst Thälmanns statt. Sie schildern ihn als ehrlich und kämpferisch. Allerdings gehorchte er zu stark der damaligen Moskauer Führung. Geschichte ist geronnene Erfahrung. Sie muss gekannt werden. Ihr Buch ist ein wertvoller Beitrag dazu. Ich befürchte nur, dass das Buch in ihrer Partei „ Die Linke“ wenig Leser finden wird. Diese Partei bezieht sich nicht mehr positiv auf den Klassenkampf sondern ist in weiten Teilen „ pragmatisch“ auf das Parlament fixiert. Wie Klassenbewusstsein entwickelt werden kann interessiert nur noch wenige. Viele wähnen sich in einer sogenannten „Zivilgesellschaft“ ohne Orientierung auf die Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Paul L Fürstenwalde ( geläutertes Ex SED Mitglied und Parteilehrer aber immer noch Revolutionär)

 

Ma Brym Den schönen Text habe ich privat beantwortet. Ihr dürft jetzt auch etwas lernen und mich noch reicher machen. PS: Ich schreib schon wieder ein neues Buch- Titel „ Mao und Ulbricht in Südbayern“. Bis es fertig ist im Januar 2018 bestellt das oben rezensierte Buch Viele Grüße

 

Bestellungen http://www.bookra-verlag.de/b16.html

 

 Zur Geschichte der KPD 

 

Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wurde schon Anfang der dreißiger Jahre zum ersten Opfer der Nazis. Viele revolutionäre Arbeiter wurden von der SA verfolgt, terrorisiert, gefoltert und ermordet, tausende Verhaftungen folgten nach der Machtergreifung Hitlers. Nachdem in der Weimarer Republik ein Präsidialkabinett unter Brüning, sowie später unter von Papen und von Schleicher errichtet wurde, löste dieser Prozess bei der KPD zu Recht Sorgen einer zunehmenden, teils schon sehr fortgeschrittenen Faschisierung aus. Fehler muss die KPD sich aber dann anrechnen lassen, als der wirkliche Faschismus kam und sie ihre Politik zunächst unbeirrt fortsetzte und damit den Nazis ins offene Messer rannte. Einer dieser Fehler war auch die Sozialfaschismusthese, welche teilweise noch bis ins Jahr 1935 bei der KPD Bestand hatte und unbestritten eine Auswirkung auf die Lähmung der Arbeiterbewegung erzielte. Man verstand schon, dass die Faschisten die physische Vernichtung der linken Arbeiterbewegung anstrebten, wollte aber dennoch keine großen Unterschiede zum sogenannten „Sozialfaschismus“ sehen. Ungeachtet dessen gab es innerhalb der KPD verschiedene Strömungen, welche Max Brym in seinem neuen Buch „Oskar Quengels Auftrag: Für Kippenberger bei General von Schleicher“ (ISBN: 978-3943150179) auch eindrucksvoll darstellt. Das Buch stellt das Ende der Weimarer Republik und den Beginn des Faschismus aus einer sehr interessanten und teils neuen Perspektive dar. Oskar Quengels berichtet in Form von Briefen an seinen Vater von seiner Funktion als Doppelagent, wobei er für den KPD-Funktionär Kippenberger eine Zeit lang im Reichswehrministerium unter General von Schleicher arbeitete, um diesem wiederum teils wahre, halbwahre und falsche Informationen über die KPD und ihre wichtigsten Funktionäre zu liefern. Die Briefe wurden vor nicht allzu langer Zeit in einem Haus in der Kirchgasse in Berlin auf einem Dachboden gefunden und gelangten nun in die Hände des Buchautors Max Brym. Nach von Schleicher ergriff Hitler die Macht und Oskar Quengel arbeitete weiter für den Nachrichtendienst der KPD, indem er u.a. Verbindungen in die oberste SA- Führung hatte. Quengel stand dabei politisch gesehen stets auf der linken Seite und war überzeugt, durch seine Tätigkeit als Doppelagent der Weltrevolution wichtige Dienste zu erweisen. Doch sein Ansehen innerhalb der KPD änderte sich. Das politische Leben von Oskar Quengel endete im Selbstmord. Historisch sehr brisant und spannend geschrieben, ist die ganze Geschichte in dem Buch von Max Brym nachzulesen. Es ist auch das Aufleben von historisch bekannten, aber auch mir bislang unbekannten Personen, die das Buch so einzigartig machen. Den fairen Umgang im Buch mit „Teddy“ Ernst Thälmann rechne ich dem Autor hoch an. Ein weiteres wichtiges Thema, welches man herauslesen kann, ist die Frage der Querfrontkonzeption, die in Kreisen von sog. Linken noch heute vorkommt. Am Ende ist es aber General von Schleicher gewesen, der mit seiner Querfrontkonzeption der betrogene Betrüger war. Rezension von Ricky Burzlaff Leipzig

 

Bestellungen unter http://www.bookra-verlag.de/b16.html

Sehr geehrter Herr Brym, ich bin 80 Jahre alt und habe ihr Buch „ Oskar Quengels Auftrag- Für Kippenberger bei General von Schleicher“ gelesen. Kompliment. Ich wurde im Osten Deutschlands groß, ihr Buch hat mir neue Zugänge zur Geschichte des deutschen Kommunismus, sowie des Kampfes gegen den Faschismus verschafft. Ihr Roman ist ein historisches Dokument ohne jegliche Heldenverehrung. Sie zeigen tapfere Klassenkämpfer in ihrem Widerspruch, Klar benennen Sie Fehler und Irrtümer bei deutschen Kommunisten. Die Verantwortung der damaligen Komintern Führung für die falsche Politik der KPD wird deutlich gemacht. Neu war mir ihre Darstellung der Neumann – Remmele Opposition, gegen die falsche Politik Stalins. Ich musste einiges nachlesen um Ihnen zu glauben. Aber es war wirklich so- Neumann wollte den Faschismus militant bekämpfen selbst auf die Gefahr einer Niederlage hin. Das war mir neu. Vielen Dank für ihre Ausführungen in dem Buch. Grundsätzlich finde ich Ihre Idee gelungen einen fiktiven Helden im Rahmen realer Geschehnisse wirken zu lassen. Ich finde es auch gelungen die Brandler Thalheimer Gruppe (KPO), die Versöhnler und die Trotzkisten in dem Buch vorkommen zu lassen. Alle hatten eine klarere Vorstellung über den Kampf gegen den Faschismus als die letzte KPD Führung in der Weimarer Republik. Dennoch findet bei Ihnen keine Negation der Person Ernst Thälmanns statt. Sie schildern ihn als ehrlich und kämpferisch. Allerdings gehorchte er zu stark der damaligen Moskauer Führung. Geschichte ist geronnene Erfahrung. Sie muss gekannt werden. Ihr Buch ist ein wertvoller Beitrag dazu. Ich befürchte nur, dass das Buch in ihrer Partei „ Die Linke“ wenig Leser finden wird. Diese Partei bezieht sich nicht mehr positiv auf den Klassenkampf sondern ist in weiten Teilen „ pragmatisch“ auf das Parlament fixiert. Wie Klassenbewusstsein entwickelt werden kann interessiert nur noch wenige. Viele wähnen sich in einer sogenannten „Zivilgesellschaft“ ohne Orientierung auf die Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Paul L Fürstenwalde ( geläutertes Ex SED Mitglied und Parteilehrer aber immer noch Revolutionär)

 

Ma Brym Den schönen Text habe ich privat beantwortet. Ihr dürft jetzt auch etwas lernen und mich noch reicher machen. PS: Ich schreib schon wieder ein neues Buch- Titel „ Mao und Ulbricht in Südbayern“. Bis es fertig ist im Januar 2018 bestellt das oben rezensierte Buch Viele Grüße

 

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 Zur Geschichte der KPD 

 

Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wurde schon Anfang der dreißiger Jahre zum ersten Opfer der Nazis. Viele revolutionäre Arbeiter wurden von der SA verfolgt, terrorisiert, gefoltert und ermordet, tausende Verhaftungen folgten nach der Machtergreifung Hitlers. Nachdem in der Weimarer Republik ein Präsidialkabinett unter Brüning, sowie später unter von Papen und von Schleicher errichtet wurde, löste dieser Prozess bei der KPD zu Recht Sorgen einer zunehmenden, teils schon sehr fortgeschrittenen Faschisierung aus. Fehler muss die KPD sich aber dann anrechnen lassen, als der wirkliche Faschismus kam und sie ihre Politik zunächst unbeirrt fortsetzte und damit den Nazis ins offene Messer rannte. Einer dieser Fehler war auch die Sozialfaschismusthese, welche teilweise noch bis ins Jahr 1935 bei der KPD Bestand hatte und unbestritten eine Auswirkung auf die Lähmung der Arbeiterbewegung erzielte. Man verstand schon, dass die Faschisten die physische Vernichtung der linken Arbeiterbewegung anstrebten, wollte aber dennoch keine großen Unterschiede zum sogenannten „Sozialfaschismus“ sehen. Ungeachtet dessen gab es innerhalb der KPD verschiedene Strömungen, welche Max Brym in seinem neuen Buch „Oskar Quengels Auftrag: Für Kippenberger bei General von Schleicher“ (ISBN: 978-3943150179) auch eindrucksvoll darstellt. Das Buch stellt das Ende der Weimarer Republik und den Beginn des Faschismus aus einer sehr interessanten und teils neuen Perspektive dar. Oskar Quengels berichtet in Form von Briefen an seinen Vater von seiner Funktion als Doppelagent, wobei er für den KPD-Funktionär Kippenberger eine Zeit lang im Reichswehrministerium unter General von Schleicher arbeitete, um diesem wiederum teils wahre, halbwahre und falsche Informationen über die KPD und ihre wichtigsten Funktionäre zu liefern. Die Briefe wurden vor nicht allzu langer Zeit in einem Haus in der Kirchgasse in Berlin auf einem Dachboden gefunden und gelangten nun in die Hände des Buchautors Max Brym. Nach von Schleicher ergriff Hitler die Macht und Oskar Quengel arbeitete weiter für den Nachrichtendienst der KPD, indem er u.a. Verbindungen in die oberste SA- Führung hatte. Quengel stand dabei politisch gesehen stets auf der linken Seite und war überzeugt, durch seine Tätigkeit als Doppelagent der Weltrevolution wichtige Dienste zu erweisen. Doch sein Ansehen innerhalb der KPD änderte sich. Das politische Leben von Oskar Quengel endete im Selbstmord. Historisch sehr brisant und spannend geschrieben, ist die ganze Geschichte in dem Buch von Max Brym nachzulesen. Es ist auch das Aufleben von historisch bekannten, aber auch mir bislang unbekannten Personen, die das Buch so einzigartig machen. Den fairen Umgang im Buch mit „Teddy“ Ernst Thälmann rechne ich dem Autor hoch an. Ein weiteres wichtiges Thema, welches man herauslesen kann, ist die Frage der Querfrontkonzeption, die in Kreisen von sog. Linken noch heute vorkommt. Am Ende ist es aber General von Schleicher gewesen, der mit seiner Querfrontkonzeption der betrogene Betrüger war. Rezension von Ricky Burzlaff Leipzig

 

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Wer sich des Vergangenen nicht erinnert“

 

Hallo Max zu deinem Buch „ Oskar Quengels Auftrag – Für Kippenberger bei General von Schleicher“ möchte ich dir gratulieren. Wir kennen uns ja ziemlich gut. Wie du weißt hab ich als Kind den Holocaust überlebt. Auch deinen verstorbenen Vater als Überlebenden der Shoah kannte ich. Dich lässt die Geschichte nicht los. Du bist und bleibst ein linker deutscher Jude und das ist gut so. Die Fehler der Vergangenheit im Kampf gegen Nazis und Faschismus dürfen sich nicht wiederholen. Die KPD wollte einst gegen den Faschismus kämpfen und viele Mitglieder der KPD taten dies auch. Allein in Bayern wurden 5.000 Kommunisten nach dem Reichstagsbrand im März -April 1933 inhaftiert. Das waren die Hälfte der damaligen Mitglieder. Du zeigst in deinem Buch ganz wunderbar den verzweifelten Kampf vieler ehrlicher Arbeiter gegen den Faschismus. Aber die Linie der KPD war falsch. Dein Buch ist auch sehr aktuell. Auch heute gibt es Querfronten und einen falsch verstandenen Antikapitalismus. Neu war mir, dass neben der Linken KPD Opposition (Trotzkisten) und den damaligen sogenannten „Rechten“ um Brandler und Thalheimer (KPDO) auch letztendlich, der ehemalige Jünger Stalins Heinz Neumann und Hermann Remmele, einen entschiedenen Kampf gegen den Faschismus forderten statt einfach in die Illegalität abzutauchen. Beim lesen des Buches kahm mir immer wieder der Gedanke ob sich wohl heute soviel „Linke“ finden würden welche aktiven Widerstand betreiben würden. Ich denke eher nicht. Hoffnung macht mir allerdings ein Teil der Antifajugend. Ich wünsche dir alles GUTE und deinem Buch viele Leser

 

Alexandra Cohen

 

Danke und Shalom liebe Alexandra

Max

 

 

 

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Foto Max Brym

 

Bildergebnis für Foto Max Brym

 

 

 

Rote Sterne auf schwarzem Grund…

von Jonas Bokelmann

Die altbayerische Provinz ist wohl kaum, was man eine linke politische Landschaft nennen könnte, halbherzig separatistisch zwar, aber deshalb schon das Katalonien Deutschlands? Eher nicht! Selten ist sie Gegenstand emotional geführter Meinungsstreits und noch viel seltener steht sie im Mittelpunkt linker Geschichtsschreibung. Klar richtet sich das Augenmerk zu bestimmten Jahrestagen auf die Münchner Räterepublik mit ihren Ausläufern bis ins Dachauer Hinterland und, freilich wissen auch Spätgeborene noch die Hieroglyphe „WAA“ Wackersdorf zuzuordnen, einer Art Oberbegriff für „großes Festival langer Haare und Bärte“ und Feldschlachten mit Ordnungshütern in Polaroid. Aus http://das-blaettchen.de/2014/12/rote-sterne-auf-schwarzem-grund%E2%80%A6-31246.html 

 

 

 

Ein wichtiges antifaschistisches Buch von Max Brym erschienen

24.03.17

 

 

Von Agron Sadiku

Im Bookra-Verlag in Leipzig erschien rechtzeitig zur Buchmesse in Leipzig ein spannendes Buch von Max Brym, als historischer Roman. . Das Buch hat den Titel : „ Oskar Quengels Auftrag- Für Kippenberger bei General von Schleicher „ Alle Personen im Buch bis auf den Helden haben wirklich gelebt, gewirkt und existiert. Der Autor kennt sich hervorragend aus, was die Geschichte der KPD, der Weimarer Republik und des Hitlerfaschismus angeht. Irrtümer und Fehler der Arbeiterbewegung werden klar benannt. Historische Persönlichkeiten wie Willi Münzenberg, Heinz Neumann, Hans Kippenberger, aber auch Leo Sedow, sowie Personen aus der „ linken“ und „rechten Opposition „ der KPD werden wieder lebendig. Darunter Heinrich Brandler, Ernst Meyer aber auch Werner Scholem ( Bruder des jüdischen Religionshistorikers Gershom Scholem) und Anton Grylewicz
Der Held des Romans ist ein „ Doppelagent“ im Auftrag der KPD. Er arbeitet scheinbar für den General von Schleicher und hat viele wichtige Erkenntnisse über die damalige Querfrontstrategie der sogenannten „konservativen Revolutionäre“ an seinen Chef Hans Kippenberger geliefert. Nach dem Machtantritt Hitlers ist er weiter für den Nachrichtenapparat der KPD tätig Er arbeitet mit daran den Reichstagsbrandprozess als Provokation der Nazis zu entlarven. Letztendlich gerät Quengel in Widerspruch zum Stalinismus. Er schwankt zwischen dem Trotzkismus und seinen Freunden Leo Flieg, Willi Münzenberg und Leo Roth, hin und her. Besondere Probleme hat er mit dem damaligen KP Spitzenfunktionär Herbert Wehner. Das Buch ist spannend und liefert besonders für hier und heute wichtige Erkenntnisse zur Frage, was ist Faschismus, rechte Querfront und welche Fehler sollte man im Kampf dagegen vermeiden.


Die Unterschätzung des Antisemitismus

In dem Buch wird klar nachgezeichnet, wie sehr nicht nur die damalige jüdische Gemeinde in Deutschland den mörderischen Antisemitismus der Nazis vor 1933 unterschätzte. „ „Es wird schon nicht so schlimm kommen“ oder „ nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird“ war eine weit verbreitete Meinung, bei vielen deutschen Juden. Auch in der Arbeiterbewegung betrachteten viele den Antisemitismus der Nazis nur als „ billiges Ablenkungsmanöver“. Der Held des Romans hatte ziemlich früh eine andere Meinung. Auch der KPD Spitzenfunktionär Hermann Remmele welcher 1932 seine Spitzenfunktion verlor waren anderer Ansicht. Remmele wird im Original zitiert. Besonders aufschlussreich ist die Beschreibung der damaligen Querfrontstrategie der Brüder Strasser, Ernst Jüngers, von Ernst Niekisch und des Generals von Schleicher. Auffallend ist im historischen Vergleich, um wie viel stärker heute die Querfront als rechtes Konzept in Teile der bundesdeutschen Linken hineinwirkt. Die Arbeiterbewegung der Weimarer Republik war dagegen viel immuner. Was nichts an den damaligen Fehlern der KPD ändert, darum geht es in der Hauptseite. Das Buch ist sehr zu empfehlen.


Bestellungen unter https://www.amazon.de/Oskar-Quengels-Auftrag-Kippenberger-Schleicher/dp/3943150178/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1490081923&sr=8-1&keywords=oskar+quengel oder beim Verlag http://www.bookra-verlag.de/b16.html sowie in jeder Buchhandlung. Das Buch kostet 11€90

 

 

Ein wichtiges antifaschistisches Buch von Max Brym erschienen



 

 

Von Agron Sadiku

Im Bookra-Verlag in Leipzig erschien rechtzeitig zur Buchmesse in Leipzig ein spannendes Buch von Max Brym, als historischer Roman. . Das Buch hat den Titel : „ Oskar Quengels Auftrag- Für Kippenberger bei General von Schleicher „ Alle Personen im Buch bis auf den Helden haben wirklich gelebt, gewirkt und existiert. Der Autor kennt sich hervorragend aus, was die Geschichte der KPD, der Weimarer Republik und des Hitlerfaschismus angeht. Irrtümer und Fehler der Arbeiterbewegung werden klar benannt. Historische Persönlichkeiten wie Willi Münzenberg, Heinz Neumann, Hans Kippenberger, aber auch Leo Sedow, sowie Personen aus der „ linken“ und „rechten Opposition „ der KPD werden wieder lebendig. Darunter Heinrich Brandler, Ernst Meyer aber auch Werner Scholem ( Bruder des jüdischen Religionshistorikers Gershom Scholem) und Anton Grylewicz
Der Held des Romans ist ein „ Doppelagent“ im Auftrag der KPD. Er arbeitet scheinbar für den General von Schleicher und hat viele wichtige Erkenntnisse über die damalige Querfrontstrategie der sogenannten „konservativen Revolutionäre“ an seinen Chef Hans Kippenberger geliefert. Nach dem Machtantritt Hitlers ist er weiter für den Nachrichtenapparat der KPD tätig Er arbeitet mit daran den Reichstagsbrandprozess als Provokation der Nazis zu entlarven. Letztendlich gerät Quengel in Widerspruch zum Stalinismus. Er schwankt zwischen dem Trotzkismus und seinen Freunden Leo Flieg, Willi Münzenberg und Leo Roth, hin und her. Besondere Probleme hat er mit dem damaligen KP Spitzenfunktionär Herbert Wehner. Das Buch ist spannend und liefert besonders für hier und heute wichtige Erkenntnisse zur Frage, was ist Faschismus, rechte Querfront und welche Fehler sollte man im Kampf dagegen vermeiden.


Die Unterschätzung des Antisemitismus

In dem Buch wird klar nachgezeichnet, wie sehr nicht nur die damalige jüdische Gemeinde in Deutschland den mörderischen Antisemitismus der Nazis vor 1933 unterschätzte. „ „Es wird schon nicht so schlimm kommen“ oder „ nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird“ war eine weit verbreitete Meinung, bei vielen deutschen Juden. Auch in der Arbeiterbewegung betrachteten viele den Antisemitismus der Nazis nur als „ billiges Ablenkungsmanöver“. Der Held des Romans hatte ziemlich früh eine andere Meinung. Auch der KPD Spitzenfunktionär Hermann Remmele welcher 1932 seine Spitzenfunktion verlor waren anderer Ansicht. Remmele wird im Original zitiert. Besonders aufschlussreich ist die Beschreibung der damaligen Querfrontstrategie der Brüder Strasser, Ernst Jüngers, von Ernst Niekisch und des Generals von Schleicher. Auffallend ist im historischen Vergleich, um wie viel stärker heute die Querfront als rechtes Konzept in Teile der bundesdeutschen Linken hineinwirkt. Die Arbeiterbewegung der Weimarer Republik war dagegen viel immuner. Was nichts an den damaligen Fehlern der KPD ändert, darum geht es in der Hauptseite. Das Buch ist sehr zu empfehlen.


Bestellungen unter https://www.amazon.de/Oskar-Quengels-Auftrag-Kippenberger-Schleicher/dp/3943150178/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1490081923&sr=8-1&keywords=oskar+quengel oder beim Verlag http://www.bookra-verlag.de/b16.html sowie in jeder Buchhandlung. Das Buch kostet 11€90

 

 

 

 

 

Oskar Quengels Auftrag Für Kippenberger bei General Schleicher

 

 Ein etwas anderes Buch zur Geschichte der Arbeiterbewegung von Max Brym . Es geht um die Politik der KPD und speziell ihres Nachrichtendienstes.Personen wie Hans Kippenberger, Heinz Neumann, oder Willi Münzenberg werden wieder lebendig. Aber auch oppositionelle Kommunisten von Heinrich Brandler bis zu den damaligen linken trotzkistischen Gruppen in Deutschland. Der Held des Romans arbeitet als Doppelagent für die KPD bei General von Schleicher. Dargestellt wird u.a. die damalige rechte Querfrontstrategie. Deutlich wird, dass sowohl KPD wie SPD, den Antisemitismus der Nazis vor 1933 als lediglich taktisches Phänomen der Nazipartei in seiner mörderischen Konsequenz unterschätzten.  Es ist ein Buch gegen die Gegenwartsfanatiker. Aus historischen Erfahrungen muss gelernt werden. Über Bestellungen und eure Meinung würde sich der Autor  freuen. http://www.bookra-verlag.de/b16.html

 

Leseauszug noch ohne Lektorat aus dem neuen Buch von Max Brym. Noch ohne Lektorat im Buch mit Lektorat 
Vorwort Ein Haus in der Kirchgasse
In Berlin in einem Haus in der Kirchgasse wurden kürzlich die Böden erneuert. Arbeiter entdecken beim herausreißen einer Bodendiele ein leicht vergilbtes Bündel, in dem Bündel steckte ein Text welcher die Überschrift hatte:“ Brief an meinen Vater“ . Ein Arbeiter wollte das Notizbuch mit dem Text entsorgen ein anderer meinte „man sollte sich das nochmal anschauen“, denn der Text war maschinengeschrieben und leicht lesbar. Der umfangreiche Brief endeten im Jahr 1938. Nun bin ich im Besitz des Schriftstückes und werde es publizieren. Denn der „Brief an den Vater“, stammt von einem gewissen Oskar Quengel , von dem wir nicht genau wissen ob er so hieß . Der Inhalt des Schriftstückes ist zeitgeschichtlich mehr als relevant. Oskar Quengel beschreibt seinen Lebenslauf als Doppelagent. Er arbeitete für den KPD Funktionär Hans Kippenberger, längere Zeit für das Reichswehrministerium direkt unter General Schleicher. Nachdem General Schleicher, als letzter Kanzler Weimarer Republik, durch Hitler und die faschistische Diktatur ersetzt wurde wirkte Quengel weiter für den Nachrichtendienst der KPD, er hatte unter anderem Verbindungen in die oberste SA- Führung. Immer stand Quengel links und war der Meinung durch seine Tätigkeit als Doppelagent der, Weltrevolution wichtige Dienste zu erweisen. In der Emigration in Paris wurde Quengel allerdings vom Militärapparat der KPD abgehängt. In den illegalen Rundbriefen wurde er als Renegat bezeichnet. Das politische Leben von Oskar Quengel endete im Selbstmord. Vorher machte sich der Autor der gefundenen Schrift an seinen Vater Luft. Sein Vater ebenfalls ein Mitglied der KPD lebte damals in Berlin Neukölln in der Kirchgasse. Wie die Briefe transportiert wurden muss ein Rätsel bleiben. Allerdings geben wir hier der fiktiven oder realen Gestalt von Oskar Quengel ausgiebigen Raum, um der heutigen Generation etwas über die damalige dramatische deutsche Geschichte zu erzählen.


Für Kippenberger bei General von Schleicher - Briefe an meinen Vater

Mein lieber Vater ich muss dir einfach schreiben. Ich bin ausgelaugt und am Ende. Wir schreiben jetzt den August 1938. Wieder konnte ich kaum schlafen und wenn ich schlafe sehe ich lauter Tote, oder noch herumlaufende kommende Tote vor mir. Meine Nerven spielen verrückt. Ich träume von Hans Kippenberger, Leo Roth, Heinz Neumann, Leo Trotzki oder dem General von Schleicher. Du wirst dich sich sicher fragen wie ein solches Potpourri von unterschiedlichen Personen in mein Gehirn hinein kommt und mich martert. Ich bin dir in der Tat einige Erklärungen schuldig. Vorher solltest du wissen dass ich dich immer respektierte und ein großzügiges Arbeiterherz und deine Gesinnung schätzte und teilte. Dies obwohl du seit 1915 von mir noch spärlich Nachrichten erhalten hast. Du hast dich als kleiner KPD Funktionär sicher gefragt was dein Sohn so treibt und warum wir keinen intensiven Kontakt hatten . Ich will dir alles erklären und dir Mut geben damit du und meine geliebte Mutter, die faschistische Nacht übersteht. Meine Nerven hingegen liegen blank. Bitte verzeih mir -dein Sohn den du oft ein Nervenbündel nanntest- kann nicht mehr. Mein Leben werde ich in dieser Nacht beenden.
Meine Geschichte

Ich arbeitete mit Herz und Hand im „ Geheimen“ für die Ziele, die uns einst Luxemburg und Liebknecht, sowie Lenin wiesen. Allerdings tat ich das an einer Stelle, die nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen durften. Ab Anfang 1929 arbeitete ich für den Militärapparat der KPD in geheimer Mission im Reichswehrministerium. Ich war direkt dem Leiter des Nachrichten und Militärapparats der KPD Hans Kippenberger, unterstellt. Damit die Abwehr der Reichswehr glaubte ich würde für sie Dienste und Aufträge übernehmen musste ich bestimmte Kontakte abbrechen. Offiziell war ich Mitarbeiter von Willi Münzenberg dem Herausgeber der " Arbeiter Illustrieren Zeitung". Die Abwehr der Reichswehr glaubte ich wäre für sie dort tätig. Ende des Jahres 1928 sprach mich ein gewisser Herr Rath in einem Lokal in Neukölln an. Der Herr fragte ob ich denn zufrieden sei mit meinem Leben, meiner Position und mit meinem Verdienst. Ich versuchte den Herrn abzuwimmeln, denn ich hatte den dringlichen Verdacht dass er für die politische Polizei des preußischen Staates arbeitete . Diese Geschichte erzählte ich meinem Vorgesetzten dem bekannten kommunistischen Publizisten Willi Münzenberg. Münzenberg forderte mich umgehend auf mich mit Hans Kippenberger, dem Leiter des Militärapparates der KPD zu treffen. Kippenberger sagte:“ Es handelt sich mit Sicherheit um einen Spitzel, der sich in unseren Verkehrslokalen herumtreibt. Triff dich mit ihm und versuch herauszubekommen für wen dieser Herr arbeitet und geh zum Schein auf seine eventuellen Angebote ein. Nachher erstattest du mir ausführlich. Bericht.“ Typisch Kippenberger dachte ich sehr freundlich aber gleichzeitig entschieden und befehlsgewohnt. Im November 1928 besuchte ich täglich das Lokal -drei Wochen lang- indem sich deine Ortsgruppe regelmäßig im Hinterzimmer traf. Nach knapp drei Wochen tauchte Herr Rath wieder auf und schlug vor, sich doch woanders zu treffen, wo es etwas ruhiger sei, um sich weiter zu unterhalten. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag in einem bekannten Caféhaus am Alex.

Textauszug 2

Heinz Neumann

Über Heinz Neumann schrieb ich damals:“ Er ist intellektuell dem Parteiführer Ernst Thälmann weit überlegen. Zudem verfügt er über ausgesprochen rhetorische Fähigkeiten. Genau betrachtet ist Heinz Neumann der Spiritus Rektor innerhalb des Sekretariats der KPD. Bis dato erfreut er sich einer besonderen Wertschätzung durch Stalin. Heinz Neumann ist wendig und im Umgang mit so genannten Abweichlern nicht sonderlich zimperlich. Es kursiert das Gerücht, dass er alle wichtigen Reden für Ernst Thälmann schreibt. Die alte Generation angeführt von Clara Zetkin und Wilhelm Pieck, steht Neumann, mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Neu ist, dass Neumann sich offensichtlich fest gebunden hat. Ob es allerdings ein Ende seiner zahllosen Frauenaffären bedeutet bleibt abzuwarten. Bei aller Treue gegenüber Stalin ist und bleibt Neumann jedoch ein selbstständiger selbstbewusster Kopf.

Hermann Remmele

Zusammen mit Thälmann und Neumann bildet Hermann Remmele die eigentliche Führung der KPD. Remmele ist mit knapp 50 mit seiner einer ziemlichen Erfahrung in der Bewegung eine geschätzte Person. Den Neumann Opponenten fällt es schwer die gegenwärtige Führung der KPD anzugreifen, da sie die Autoritätsperson Remmele deckt. In Wahrheit jedoch benötigt der Praktiker Remmele, den wendigen Theoretiker Neumann. Remmele ist zwar ein guter aber kein hervorragender Redner.

Ernst Thälmann

Ernst Thälmann hält sich viel darauf zugute aus dem Proletariat zu stammen. Viele Arbeiter und Anhänger der KPD speziell in Hamburg sehen in ihm ihresgleichen. Die Rhetorik von Thälmann provoziert bei den Intellektuellen innerhalb der KPD des Öfteren geradezu Verzweiflungszustände. Wenn Ernst Thälmann nicht vom Blatt abliest passieren ihm immer wiederholt brutale verbale Schnitzer. Auf einer KPD Versammlung meinte er einmal im Ernst:“ Die Frauen gehören mit den eigens dafür geschaffenen Organen bearbeitet.“ Letzteres führt zwar zu Witzen innerhalb der Partei- Intelligenz, aber solche Schnitzer schaden dem Arbeiterführer beim proletarischen Anhang nicht im geringsten. Auch die Affäre im letzten Jahr führte bei vielen Arbeitern, die in Ernst Thälmann Ihrem Führer sehen zu Mitleid und sogar zur aktiven Solidarisierung. Bei allen Schwächen ist Ernst Thälmann ein nicht zu unterschätzendes Aushängeschild der Partei. Thälmann verfügt mittlerweile rüber viel organisatorische Erfahrung, aber er schwankt zwischen übersteigerten Selbstbewusstsein und Minderwertigkeitskomplexen.

Walter Ulbricht

Der Sachse Walter Ulbricht wird in der KPD nicht geliebt. Sein absoluter Pluspunkt ist seine ständige Betriebsamkeit und die Liebe zum Detail. Nicht umsonst hat er in der Partei den Spitznamen „Genosse Zelle“ Walter Ulbricht wird mit Sicherheit dem neuen Zentralkomitee angehören und dort wie immer einer derjenigen sein der am besten informiert ist. Seine Außenwirkung hingegen ist mehr als bescheiden. Auch in seinen Jahren in Moskau ( er war dort Vertreter der KPD bei der Komintern) verstand er es nicht auch nur etwas russisch zu lernen. Walter Ulbricht hat es geschafft sich von allen seinen alten Freunden Heinrich Brandler und Thalheimer, rechtzeitig zu distanzieren. Er wird als Organisator im neun Zentralkomitee mit Sicherheit benötigt.

Leo Flieg

Leo Flieg gehörte bis dato zu jeder KPD Führung. Flieg ist ungeheuer fleißig und ein überzeugter Bolschewik. Letzteres kann aus seinem Äußeren nicht geschlossen werden. Leo Flieg ist blass und schmächtig. Vom Typ her würde er als Büroangestellter eine Versicherungsgesellschaft locker durchgehen. Dennoch ist Flieg ein überzeugter Revolutionär, der im Stande ist auch konspirativ zu arbeiten. Mit Heinz Neumann verbindet in eine enge Freundschaft. Leo Flieg gehört zum engen Freundeskreis des KPD Chef Agitators Willi Münzenberg.

Willi Münzenberg
Willi Münzenberg ist nicht nur im Reichstag aktiv sondern er leitet umfassende KPD Propagandaunternehmen. Münzenberg gibt nicht nur die „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ heraus sondern er organisiert publikumswirksam jeden Propagandafeldzug der KPD. In den Verlagshäusern von Münzenberg erscheint die kleine Arbeiterbibliothek, die im RO RO Ro Druckverfahren hergestellt wird. Durch dieses günstige Verfahren verstand es Münzenberg die Werke von Marx, Engels und Lenin günstig Arbeitern und Arbeiterinnen anzubieten. Daneben betreibt er ein florierendes Geschäft mit sowjetischen Filmen. Es dürfte bekannt sein, dass Münzenberg immer wieder solche Filme einsetzt und des Öfteren speziell während der Wahlkampagnen Filme als rollende Kinos in den allerletzten Landgemeinden zeigt. Münzenberg ist der fähigste Propagandist den die KPD hat. Auch als Redner sind seine rhetorischen Fähigkeiten nicht zu unterschätzen. In Privatgesprächen mit Intellektuellen welche der Partei nahe stehen kann Münzenberg sehr charmant sein.

Hans Kippenberger
Wie Ihnen bekannt sein dürfte leitet der ehemalige Leutnant Kippenberger, den Abwehrapparat der KPD. Unter seiner Führung steht der Nachrichtendienst, sowie der militärische Zersetzungsapparat kurz M- Apparat genannt. Hans Kippenberger ist Mitglied des Reichstages er versucht mit seinen Erkenntnissen, die KPD Politik maßgeblich mitzugestalten. Gegenüber der Reichswehr hat sein Zersetzungsapparat aber bis dato nichts Wesentliches bewerkstelligt. Es gibt zwar einige KPD Zeitungen für Reichswehrangehörige, welche allerdings ihre Wirkung verfehlen. Offensichtlich hat es Kippenberger allerdings geschafft einige Informanten speziell innerhalb der preußischen Staatspolizei unterzubringen. Kippenberger umgibt sich mit jungen Leuten deren Namen dem Parteimitgliedern unbekannt sind und auch ich selbst kann leider nicht einen einzigen seiner Mitarbeiter mit Klarnamen benennen.

General Schleicher ist zufrieden

Selbstverständlich lieber Vater lieferte ich Schleicher nur ein Konspekt des geschriebenen. Sowie einige Infos die zum Teil aus fraktionellen Gründen weitergegeben werden sollten. Nachdem Herr Rath das Papier erhalten hat erhielt ich kurze Zeit darauf eine Einladung ins Hotel Adlon, um dort General Schleicher zu treffen. Wie immer trafen wir uns in einem eleganten Nebenraum des bekannten Berliner Hotels. Die „vibrierende“ Natter Schleicher begrüßte mich herzlichst. Mein Bericht schien dem Herrn General gefallen zu haben. Im Lauf des Gespräches wurde mir immer deutlicher, dass sich dieser deutsche Militarist als politisches Genie und als ausgesprochenen Menschenkenner betrachtete. Der General meinte mir mit tiefen Blick in meine Augen mitteilen zu müssen:“ Jetzt bin ich endgültig davon überzeugt wie nützlich Sie für mich sein können“. Dann begann der Herr General mit einem Monolog und legte nur noch Wert darauf, dass ich ihm zustimmend zunickte. Dennoch hatte auch der endlose Monolog einige interessante Aspekte für mich zu bieten. Dem Herrn General Schleicher war die Unzufriedenheit mit der SPD geführten Regierungskoalition anzumerken. Die Regierung Hermann Müller hatte zwar ihrer Wahl Versprechungen gebrochen und statt der versprochenen Kinderspeisung, Geld für den Panzerkreuzer A bewilligt. Damit war Schleicher zufrieden aber er meinte:“ Ich hab die Schnauze voll davon immer die Herren überzeugen zu müssen. Die Entscheidungen der Regierung dauern mir viel zu lange. Da lobe ich mir doch Josef Stalin, welcher einfach ohne irgendjemand zu befragen seinen Hauptkonkurrenten Leo Trotzki in die Türkei verbannen konnte.“ Zusätzlich äußerte sich der General optimistisch bezüglich der neuen Führung in der Sowjetunion. Sinngemäß brachte er zum Ausdruck, dass deren Politik einerseits abenteuerlich sei, es aber auf der anderen Seite doch nur die ewigen Interessen von „Mütterchen Russland bediene“. Gleichzeitig meinte er dass sich die KPD in Deutschland maßlos überschätze und sich mit ihrer Politik gegenüber der Sozialdemokratie langfristig nur isolieren könnte. Mit einigen kurzen Einwürfen billigte ich die Argumentation des Generals. In der Tat, mein Verstand sagte mir, dass der General, die Klassenlage und das Klassenbewusstsein in Deutschland realistischer e einschätzte als die Führung der KPD. Gegen Ende der Audienz meinte General Schleicher: „ Am 1. Mai ist was im Busch, der SPD Polizeipräsident Zörgiebel bereitet etwas gegen die KPD vor. Ich hoffe der Kerl stellt sich nicht so blöde an wie das Weichei Severing ( SPD Innenminister von Preußen ).“ mit den letzten Bemerkungen war ich entlassen und durfte den Heimweg antreten. Umgehend informierte ich einen Kurier von Kippenberger und bat um ein Gespräch.



Leseprobe Teil 3
„Im November 1930 wieder bei Schleicher

Herr Rath schickte mir einen Brief mit der Adresse des Zahnarztes Dr. Hellmuth Elbrechter im Berliner Adressbuch als Zahnarzt mit einer Praxis in der Brückenallee Nr. 14 verzeichnet, bei dem ich mich in Zukunft mit Schleicher treffen sollte. Der General schien auf mehr Konspiration zu setzen. Über den Zahnarzt stellte mir die Sekretärin von Kippenberger, ein umfangreiches Dossier zusammen. Der Herr Doktor gehörte zum engsten Kreis der Leute um Edgar Jung, dem Kreis der sogenannten „konservativen Revolution“. Er hatte enge Kontakte zum sogenannten linken Flügel der NSDAP, um Gregor Strasser seinem Bruder Otto Strasser und zu dem in Bolivien weilenden Ernst Röhm. Die „ Jungkonservativen“ waren eine Vereinigung von rechten Intellektuellen, welche die Vergangenheit verherrlichten, aber dennoch nicht auf die Rückkehr von Kaiser Wilhelm setzten. Diese Leute meinten, dass das alte Preußen der Inbegriff von sozialer Gerechtigkeit gewesen sei. Zu dem Kreis gehörte auch der Schriftsteller Ernst Jünger, welcher in seinem Werk „ In Stahlgewittern“ das Kriegserlebnis abfeierte. Jünger schwadronierte von wahrer „Männlichkeit im Krieg“ und brachte es fertig das Kriegserlebnis als „ Sozialismus“ auszugeben Hans Zehrer gab die Zeitung „ Die Tat“ heraus in der ebenfalls der autoritäre preußische Staat abgefeiert wurde. Gleichzeitig sahen diese Leute den Gegensatz links - rechts als überholt an und propagierten faktisch einen autoritären Ständestaat mit einer starken Person an der Spitze. Die Nazibewegung war diesen Leuten nicht vornehm genug.


Das Treffen beim Zahnarzt

Als getarnter Patient besuchte ich am 3. November 1930 die mir angegebene Zahnarztpraxis. Sofort wurde ich von der “ Sprechstundenhelferin“ in einen eleganten getarnten Raum geführt. Der Herr General war schon da und begrüßte mich freundlich. An dem Gespräch nahm auch der oben genannte Zahnarzt teil. General Schleicher setzte auf freundliche nichts sagende Konversation am Anfang des Gesprächs. Er erkundigte sich nach meinen Lebensumständen und fragte mich ob ich Geld benötige. Natürlich war ich mir meines Auftrages bewusst und sprach von meinen Geldsorgen. Der Herr General sagte, „dass lässt sich mit einem Scheck in den nächsten Tagen locker lösen. Herr Leutnant Rath wird Ihnen einen Scheck in Höhe von 2000 Reichsmark zukommen lassen.“ Endlich kam Schleicher auf den Zweck unseres Treffens zu sprechen. Er bedauerte es, dass die Nationalkonservativen nur ein Prozent bei der Reichstagswahl erreicht hätten. Den Wahlerfolg der NSDAP versuchte er mit einem Schulterzucken abzuwickeln. Ich hatte das Gefühl, dass der Zocker Schleicher versuchen würde aus der Situation das Beste zu machen und mit Sicherheit hatte er Kontakte in die Reihen der Nazi Partei. Schleicher war wie immer voller Optimismus und sah sich zunehmend als den Drahtziehern der deutschen Politik an. Seine wispernde Stimme wollte dann von mir etwas über die neueste Entwicklung in der KPD wissen. Mein Bericht an ihn gab nur bekanntes wieder wenn etwas öffentlich unbekannt war dann waren es gezielte Fehlinformationen darunter auch Köder. Ich berichtete vom Optimismus der in den Reihen der KPD herrschte und der Einschätzung der führenden Kader der KPD, dass es sich bei der NSDAP nur um eine vorübergehende Erscheinung handeln würde. Der General nickte und grinste bezüglich der aktuellen Politik der kommunistischen Partei. In mir brodelt es, in meinem Kopf spukte wieder der Gedanke herum wie relativ richtig, der General, die Entwicklungen in Deutschland einschätzte , im Gegensatz zur Führung der KPD und der Kommunistischen Internationale. Dann wollte er wissen wie hoch ich den Prozentsatz von Patrioten in der KPD und in deren Umfeld einschätzte. Ich sagte ihm was auch bekannt war, dass die KPD zwar nationale Töne anschlug aber in diesem Zusammenhang nicht mit den Völkischen und der Nazi Partei konkurrieren könne. Dann meinte der General, „aber es gibt doch einige Überläufer wie zum Beispiel „ Beppo Römer“ und den Bruder von Ernst von Salomon in Richtung KPD“. Das bestätigte ich, ich wies jedoch darauf hin wie schwer es für die KPD sei mit ihrer Parole „Heil Moskau“ mehr als ein paar einzelne Überläufer aus dem nationalen Lager zu gewinnen. Der General und auch der Zahnarzt bescheinigten mir ein „helles politisches Köpfchen zu sein“. Anschließend ging ich daran einige Fragen zu stellen, die darauf hinausliefen mehr über die Arbeit der Reichswehr innerhalb der KPD zu erfahren. Schleicher antwortete nur, dass sie natürlich noch mehr Leute innerhalb der KPD hätten, was mich aber nichts anginge. Der politisierende Zahnarzt und persönliche Freund des Generals meinte dann wie „schön es doch sein könnte eines Tages die -Arbeiter Illustrierte Zeitung -von Willi Münzenberg als nationales Blatt auf dem Markt zu werfen“. Schleicher meinte zudem „wir haben natürlich unsere Leute speziell im Presseapparat der KPD untergebracht, um im entscheidenden Moment auch von dieser Seite her auf den nationalen präsidialen Konsens zu setzen“. Mit Ernst Thälmann den Schleicher einen verstockten Hamburger Hafenarbeiter nannte könne man hingegen nicht arbeiten, folgerte der General . Als gefährlich wurde von den beiden Herrn der „Jude Neumann“ eingeschätzt. Damit war ich freundlich entlassen, man versicherte mir, sich auf das nächste Treffen „zu freuen“.

Rapport bei Hans Kippenberger

Umgehende am 4. November fand ein Termin mit Hans Kippenberger in dem von uns bevorzugten Kaffe im Berliner Westen statt. Nach meinem Bericht meinte Kippenberger, es sei nötig den „gesamten Presse- Apparat der Partei, sowie die Leute von deinem Willi Münzenberg durch unseren Abwehr - Apparat zu überprüfen“. Der anwesende Leo Roth nickte was bedeutete dass er den Auftrag übernehmen würde. Leider verstand Hans Kippenberger nicht dem politischen Realitätssinn des Generals und lachte. Er meinte gegenüber der NSDAP müsse der Kampf auf der Straße verschärft werden: „Es geht darum die rote Einheitsfront zu schaffen. Diese Einheitsfront war in Wirklichkeit in dem damaligen Verständnis der KPD keine Einheitsfront, sondern einUltimatum an die sozialdemokratischen Arbeiter, sich der kommunistischen Führung zu unterwerfen. Das wurde dann Einheitsfront Politik genannt. Einige Zeit später begriff ich wie weit sich die Kommunistische Partei dadurch von den Erkenntnissen des dritten und vierten Weltkongresses der Kommunistischen Internationale gelöst hatte. Kippenberger sagte noch, dass er Münzenberg informieren würde bezüglich der Überprüfung seiner Leute. Wir drei verstanden uns relativ gut und gingen dann dazu über einige allgemeinpolitischen Fragen zu diskutieren. Der junge und attraktiv aussehende Leo Roth bekam vor lauter Eifer gar nicht mit, wie sehr er im Visier weiblicher Blicke in unserem Café stand. Hans Kippenberger erzählte einige Dinge aus dem Reichstag, denn er war ja Abgeordneter. Die Eröffnung des Reichstages wurde von den Nazis propagandistisch genutzt, um mit voller Uniformierung im Parlament zu erscheinen und durch wildes Gebrüll auf sich aufmerksam zu machen. Kippenberger nannte die Fraktion der Nazis eine „Ansammlung von wildgewordenen Spießern und Kleinbürgern“, aber auch von Mördern wie dem SA Führer von Schlesien Edmond Heines. Anschließend erzählte Kippenberger etwas ironisch wie die Nazibewegung auf ihn wirkt: „ Wisst ihr wie der richtige Arier aussieht? Groß wie Goebbels, schlank wie Göring und blond wie Hitler“. Wir bogen uns vor lachen. „Das muss ich Willi erzählen“ meinte ich, der wird sicher daraus eine Fotomontage mit einem Text für die „ Arbeiter Illustrierte Zeitung“ machen. „ Tu das „ sagte Leo Roth.

Luise und Anton Grylewicz

Das Jahr 1931 begann kalt und ebenso kalt und unbarmherzig war die Sparpolitik von Reichskanzler Brüning. Der Regierung ging es nur noch darum auf Kosten der Arbeiter und speziell der sozial Marginalisierten eine erbarmungslose Sparpolitik durchzusetzen. Den großen Konzernen sollte der Druck auf ihre Profitraten welcher durch die Krise entstandenen war, genommen werden. Die Regierung Brüning stützte sich entweder auf der Notverordnungsparagraphen des Reichspräsidenten, oder auf die Tolerierung durch die Sozialdemokratie, welche Brüning als das „kleinere Übel“ gegenüber der Nazibewegung ausgab. Der Gewerkschaftsführer Fritz Tarnow vertrat die These, dass die Sozialdemokratie die Aufgabe hätte, „Arzt am Krankenbett“ des Kapitalismus zu sein“. Es war völlig richtig wenn unser Parteiführer Thälmann dazu aufrief der Kapitalismus zu beerdigen, statt den stinkenden Leichnam zu schminken und zu kostümieren. Allerdings war dadurch noch nicht die Frage geklärt, wie die Arbeiterbewegung mit dem kleinbürgerlichen konterrevolutionären Produkt der Verzweiflung, dem Faschismus umzugehen hätte. Jede Nacht sowie am helllichten Tag gab es Angriffe der SA Banditen auf unsere Genossen und Genossinnen. Aber der Faschismus griff genauso die sozialdemokratischen Arbeiter und die sozialdemokratischen Einrichtungen an. Nächtelang diskutierte ich mit Luise die politische Situation im Land. Eines Tages drückte sie mir Broschüren von Leo Trotzki in die Hand. Sie sagte unumwunden, dass er die Lage in Deutschland richtig verstünde und zur Einheitsfront aller Arbeiter gegen den Faschismus aufrief. Diese Einheitsfront welche Trotzki einforderte sollte kein politisch ideologisches Bündnis mit der Sozialdemokratie sein, ganz im Gegenteil, sondern eine Politik die darauf abzielte sich darüber zu verständigen, wie und wann, und mit welchen Mitteln die faschistischen Banden in ihre Schranken gewiesen werden könnten. Oft attackierte ich Luise in diesen Tagen und Wochen und warf ihr vor, von der Richtung der Versöhnler „in Richtung des antibolschewistischen Trotzkismus abzugleiten“. Die Broschüren von Trotzki hatten allerdings die Funktion, dass ich bis zum März 1931 sehr viel von ihm las und ins grübeln kam. Der Herausgeber der Schriften von Leo Trotzki in Deutschland war ein gewisser Anton Grylewicz ein ehemaliger KPD Funktionär, sowie ehemals Abgeordneter im preußischen Landtag. Die Gruppe nannte sich “ Linke Opposition der KPD“ und gab die Zeitschrift „Permanente Revolution“ heraus. Offensichtlich hatte sich meine Luise der Gruppe angeschlossen und arbeitete weiterhin im Verlagshaus der „Arbeiter illustrierten Zeitung“. Eines Tages im März 1931 schlug sie mir vor, mich mit Grylewicz im Atzinger zu treffen. Dagegen hatte ich nichts einzuwenden, denn erstens interessierte mich der Termin, zudem war ich es gewohnt aufgrund meiner Doppelagentenfunktion mit verschiedenen Leuten zu sprechen. Damals hielt ich mir auf meine Schauspielkunst einiges zugute. An einem Freitagnachmittag im März 1931 marschierte ich mit Luise zum Treffen mit Grylewicz . Grylewicz war bereits da, als wir das Lokal betraten und an seinem Tisch saß ein mir unbekannter jüngerer Mann mit einem markanten Gesicht. Mir war sofort klar, dass es sich bei dem Partner von Grylewicz , um keinem Deutschen handeln konnte. Wir nahmen Platz und stellten uns gegenseitig vor. Der junge Mann hieß Leo Sedow . Sofort schoss es mir durch den Kopf, dass ich mit dem Sohn von Leo Trotzki und dem Chef des deutschen Trotzkismus zusammen saß. Meine Luise kannte offensichtlich beide ziemlich gut. Etwas distanziert begann unser Gespräch. Wir erörterten die allgemeinpolitische Lage -bei der mir auffiel- wie wichtig es Grylewicz war zu betonen,“er sei kein Gegner der KPD sondern es ginge ihm darum, die Linie gerade in Bezug auf den Kampf gegen den Faschismus zu ändern“. Leo Sedow meinte das sein Vater sich nach wie vor zur Verteidigung des Arbeiterstaates Sowjetunion bekenne, das Übel sei die dort herrschende Bürokratie und die von Stalin in der deutschen Partei eingesetzte Bürokratie“. Stundenlang saßen wir zusammen und ich hörte so einiges was mir logisch einleuchtete. Unsere KPD isolierte sich durch ihren ultralinken Kurs zunehmend von der Masse der Arbeiter und Arbeiterinnen. Die RGO Politik führte dazu die Masse der noch in den Betrieben Beschäftigten den sozialdemokratischen Ideologen und Bürokraten zu überlassen. Immer wieder stellte ich auch Fragen an den Sohn von Leo Trotzki wie denn sein Vater die „Entwicklungen der Sowjetunion genauer einschätze“. Leo Sedow sprach von einem Kampf um eine Reform der UdSSR, den Sturz der Bürokratie, die Entfernung Stalins, sowie die Rückkehr zur Arbeiterdemokratie. Scharf kritisierte er den momentan ablaufenden Fünfjahresplan welcher zu einer entsetzlichen Hungersnot im Heimatland der Arbeiter und Arbeiterinnen führte. Leo Sedow meinte:“ Die bürokratische Bande hat keinerlei selbstständigen Ideen sondern sie bedient sich einmal linker und einmal rechter Ideen im Kampf um ihren Machterhalt. Die gegebene Kollektivierung sei ein grausames Abenteuer denn man kann ohne landwirtschaftliche Technik nicht einfach die Kollektivierung befehlen und unter der Parole der Liquidierung des Kulakentums, gleich noch den Mittelbauern und Kleinbauern mit liquidieren. Es herrscht momentan eine grausame Hungersnot in der Sowjetunion.“ Dann kehrten wir wieder zur Lage in Deutschland zurück. Grylewicz betonte seine Gegnerschaft zum „Leninbund“. Der „Leninbund“ wurde von Hugo Urbahns geführt. Hugo Urbahns. war politischer Leiter des Hamburger Aufstandes von 1923. Der 1928 gegründete „Leninbund“ hatte nach den Worten von Grylewicz, „die Verteidigung der Sowjetunion und den Kampf, um die Reform der KPD aufgegeben was unverantwortlich sei.“ Ziemlich beeindruckt verließ ich zusammen mit Luise das Lokal. Es wurde vieles angesprochen was mir schon seit einiger Zeit zu denken gab. Auf der Straße küsste ich Luise meine „ kleine Trotzkistin“. Aber völlig überzeugt war ich nicht. Ich hing viel zu sehr an Heinz Neumann und an seiner mittlerweile heimlichen Fraktion in der KPD.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Buch „ Es begann in Altötting“ hilft Ihnen

 

Wer das Buch von Max Brym „ Es begann in Altötting“ noch nicht gelesen hat verbaut sich wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse. Das Buch hilf die alte Bundesrepublik zu verstehen. Es hilft den nach wie vor existierenden Antisemitismus wahrzunehmen. Es hilft den Weg eines Juden aus der ersten Generation von Shoah Opfern zu begreifen. Es hilft die Entstehung von maoistischen K Gruppen auch im letzten Winkel Südbayerns in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zu verstehen. Zeitgeschichte hautnah Kommunalpolitische Schlachten in Waldkraiburg und Altötting aus der damaligen Zeit werden geschildert. Wer politisch informiert sein will und beim lesen auch mal lachen möchte muss das Buch lesen. Wer informiert sein will über die Partei „ Die Linke“ braucht das Buch ebenfalls. Besonders Jugendliche lernen viel über trotzkistische Gruppen und autonome Gruppen . Viel kann über die heutigen rechten Querfrontler wie Jürgen Elsässer und P. Feist nachgelesen werden. Auch die DDR bekommt ihr Fett ab. Der Autor bleibt dennoch immer links und rebellisch. Wie das geht erfährt der Leser des Buches. Zudem lernt der Leser oder die Leserin sehr viel über so unterschiedliche Personen wie Albin Kurti, Enver Hoxha und Ernest Mandel.

 

Wer das Buch nicht ließt ist selber schuld.

 

E. Roht aus  Burghausen

 

Bestellungen unter http://www.swb-verlag.de/verlag/buecher/es-begann-in-altoetting/

Foto Burghausen Burg

 

 

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Burg zu Burghausen
Die Hauptburg von Süden

Die Hauptburg von Süden

 

 

 

 

 

 

 

Von Georg Kellner bis Albin Kurti- Eine etwas andere Rezension

An Kosova- Aktuell - Sehr geehrter Herr Brym, Sie nennen in Ihrem spannenden und sehr lehreichen Buch „ Es begann in Altötting“ viele Orte und Personen. Ich habe mir erlaubt, obwohl es die Realität nicht ganz trifft, die genannten Personen -von Altötting bis Kosova-  in Ihrem Buch wie in der Schule zu benoten. Die Personen ohne Klarnamen bleiben ungenannt. Die Noten beziehen sich nicht auf die

politische Gesinnung- der von Ihnen genannten Personen -sondern auf die Frage welche Qualität , Sie den Leuten mit denen Sie persönlich zu tun hatten zugestehen . Ausgenommen aus der Notenskala sind Personen mit denen Sie schriftliche Konflikte austrugen. Meine Bewertung ist subjektiv.

 

Altötting

 

Vater Berek Brym Note 2 .Mutter Brym Note 1. Gelschinski Note 2. Textilgeschäft Bramson Note 2 . Melschewski Note 3 . Hubert Gschwendtner ( ihr Halbbruder heute Bürgermeister in Marktl am Inn Note 1. Jüdischer Rabbiner in Altötting Note 2. Harald Haugwitz ( ehemaliger Arbeiterbuntfunktionär Maoist) Note 2. Georg Kellner Burghausen ( ehemaliger DKP Kreisvorsitzender ) Note 2 Siegfried Richter ( Ex DGB Kreisvorsitzender) Note 4. Hermann Wimmer Neuötting ( Ex SPD Bundestagsabgeordneter) Note 3. Erwin Schmitzberger Töging ( EX IG- Metall Funktionär ) Note 2 Gerold Tandler ( ehemaliger CSU Minister und CSU Generalsekretär Käufer des Hotel Post) Note 3

 

Waldkraiburg Bürgermeister Dr. Kriegisch ( SPD) Note 1. Werner Güra und Richard Fischer ( Ex DGB Jugend Note 3. Walter Kraus ( ehemaliger IG- Metallfunktionär Betriebsrat) Note 3. Dietmar Heller ( Ex CSU Vorsitzender Waldkraiburg) Note 5. SPD Stadtrat Rainer Gottwald Note 4. Adolf Schlagmann ( ehem.SPD Stadtrat ) Note 4 . Albin Teistler ( ehem. SPD Stadtrat ) Note 3. Ernst Tuppen ( Mitkämpfer ) Note 1 Kurt Mangler ( ehem. SPD Mitglied) Note 2 Genossin Renate Wasserburg Note 1. Herbert, Sigmund, Nicko ( Schulkameraden) Note 2. Dr. Walter Brand ( ehemaliger Stellvertreter von Konrad Henlein im Sudetenland, Mitglied des Vorstandes der Sudetendeutschen Landsmannschaft und des Witikobundes . CSU Fraktionsvorsitzender der CSU im Waldkraiburger Stadtrat) Note 2. Theo Keil ( einst hoher NS Funktionär im Reichskulturministerium, Realschuldirektor in Waldkraiburg, Ideologe des Witikobundes und des Sudetendeutschen Erzieherbundes) Note 3. Heinz Hampel ( CSU Standrat) Note 5. Bernd Michel ( CSU Stadtrat) Note 5. Klaus Hallmann ( Redakteur „ Waldkraiburger Nachrichten) Note 2. Jochen Fischer ( CSU Altbürgermeister) Note 2 Günter Grimme DKP Mitglied und Landtagskandidat 1974 Note 2.

 

 

München

Nick Brauns ( heute Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke Autor ) Note 1-

Andreas L, Alex S, beide Note 1- Beate Jenkner ( Bezirksrätin der Linken) Note 1. Helge Sommerrock ( ehemals SDS -Mitgründerin des Arbeiterbundes für den Wiederaufbau der KPD-) Note 2 . Thomas Schmitz Bender ( einst SDS Berlin. Mitgründer des Arbeiterbundes in München ) Note 2 Hans Zintl ( Betriebsrat ZK Mitglied Arbeiterbundes) Note 3. Herr Bank ( KVR Beamter München) Note 3. Hans Peter Uhl ( Einst KVR Chef München heute CSU Bundestagsabgeordneter) Note 3. Oliver Stey ( Kandidat der Linken 2008 zum Landtag SAV und heute SFM Mitglied) Note 1. Claus Schreer ( Aktivist im Bündnis gegen Rassismus DKP Mitglied) Note 2. Walter Listl ( DKP ) Note 4.

Michele Siebe ( Aktivistin der Linken) Note 4. Martin Fochler ( EX Ko Vorsitzender des KBW Publizist „ Reformerflügel der „ Linken“) Note 2. Fritz Schmalzbauer ( ehemaliger WASG Mitgründer und Landesvorsitzender der Linken ) Note 2. Georg Wäsler ( Verdi Funktionär ehemaliges Mitglied der Linken) Note 2. Dagmar Henn ( ehemalige Stadträtin der Linken) Note 2.

Orhan Akman ( Verdi Funktionär ehemaliger Stadtrat der Linken in München) Note 2. Frank Rehberg ( Verdi ehemaliger Funktionär der Linken) Note 4. Michael Wendl ( Mitherausgeber der Zeitung „ Sozialismus“ einst Verdi Funktionär Bayern kurzweilig Landessprecher der Linken und Kreisvorsitzender der Linken) Note 3 .Chaim Frank ( Publizist einst Herausgeber der „ Jüdischen Kulturbühne) Note 1

 

 

Deutschland International

 

Andrea Livnat Tel Aviv Redakteurin haGalil Note 1 Ernest Mandel ( einstiger Cheftheoretiker der 4 Internationale) Note 1. Jakob Moneta ( Trotzkist einst Herausgeber der IG Metall Zeitung Metall ) Note 2. Ernst Aust ( Vorsitzender und Gründer der KPD/ ML ) Note 2 .Winfried Wolf ( Verkehrsexperte ehemals GIM, VSP und Bundestagsabgeordneter der Linken) Note 2. Dipl. Pihl. Peter Feist ( einst im Umfeld trotzkistischer Gruppen, heute Mitarbeiter der politischen Rechten, um Jürgen Elsässer) Note 3 . Hans Schäppi ( Historiker der -schweizer Arbeiterbewegung Basel) Note 1. Osman Osmani ( Funktionär der -Schweizer Gewerkschaft UNIA Veteran der linken albanischen Bewegung. Note 1. Gerhard Branstner ( Ehemaliger bekannter Schriftsteller in der DDR) Note 3 . Prof. Salomon ( ehem. Leiter des Franz Mehring Instituts Ost Berlin) Note 1. Fritz Neubauer ( SED Parteilehrer Ost Berlin) Note 5. Hans Jürgen Schulz ( Mitglied der 4 Internationale Publizist Hamburg. Gründer der Gruppe Avanti und des RSB) Note 2. Enver Hoxha ( ehem. Generalsekretär der Partei der Arbeit Albaniens ) Note 2. Hysen Terpeza ( ehemaliger Ballist näherte sich in der Emigration dem Enverismus an ) Note 3 . Kadri Zeka ( 1982 in Stuttgart ermordet. Aktivist der linken kosovarischen Emigration.) Note 1 Fehmi Lladrovci ( lebte einst bei München Mitgründer der UCK, linker Aktivist 1998 im Kampf gefallen.) Note 1 . Richard Scheringer ( 1930 Angeklagter im Ulmer Reichswehrprozess 1931 Übertritt von der NSDAP in die KPD. Bis 1956 Landesvorsitzender der KPD Bayern- Mitglied des DKP Parteivorstandes) Note 2

 

 

Kosova

 

Albin Kurti ( Bekannter Aktivist der Bewegung für Selbstbestimmung VV Parlamentsabgeordneter) Note 1- Liburn Aliu ( ( VV ehemaliger Parlamentsabgeordneter heute Chef der Abteilung Urbanistik in Prishtina) Note 1. Visar Yimeri ( Vorsitzender VV) Note 1. Rexhep Selimi ( ehemaliger UCK General Abgeordneter VV) Note 1 Skender Riza ( Historiker Prishtina) Note 4. Mahmud Bakalli ( ehemaliger Leiter des Bundes der Kommunisten in Kosova Mitbegründer der AAK) Note 3. Adem Demaci ( 28 Jahre in Jugoslawien in Haft Publizist Politiker) Note 1. Bahri Shabani ( ehemaliger Vorsitzender der Gewerkschaft Kosovas) Note 6 . Hasan Abazi ( Metall – Gewerkschafter Kosova) Note 2. Haxhi Arifi Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes BSPK Note 4. Avni Dehari ( Schriftsteller linker Veteran in Kosova) Note 1 Arbenor Dehari ( verstorbener Aktivist von VV) Note 1. Ibrahim Kelmendi ( Veteran der albanischen Emigration Publizist) Note 2

 

 

Die Liste lässt sich fortsetzen. Meine „ Benotung“ diffamiert niemanden, sondern versucht auf etwas andere Art, die Eindrücke nach dem lesen des Buches „ Es begann in Altötting“ zu verarbeiten.

 

Martin Roth Burghausen .

 

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Bestellungen des Buches „ Es begann in Altötting“ unter

 

http://www.swb-verlag.de/verlag/buecher/es-begann-in-altoetting/

 

 Kompliment Max -
Zuschrift zum Buch „Oskar Quengels Auftrag Für Kippenberger bei General von Schleicher“- „Kompliment Max Dieser kleine Roman verschafft einem spielend leicht einen Überblick über die Führungsfiguren der KPD der Vorkriegszeit. Wesentliche Persönlichkeiten werden in dieser revolutionären Agentengeschichte kurz umrissen und treffend charakterisiert. Ein leicht verständlicher politisch-pädagogischer Roman ohne literarische Schnörkel mit hoher Informationsdichte für zeitgeschichtlich Interessierte. Viele Grüße Andreas Lose“

Über weitere Bestellungen unter http://www.bookra-verlag.de/b16.htmlwürde ich mich freuen Max Brym

Mein lieber Vater! Ich muss dir einfach schreiben. Wir schreiben jetzt den Juni 1937 und ich bin ausgelaugt und am Ende. Wieder konnte ich kaum schlafen und wenn ich schlafe sehe ich Tote oder diejenigen, um deren Leben ich mich sorge. Meine Nerven spielen verrückt. Ich träume von Hans Kippenberger,...
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