Zu Ihrer Autorenlesung „Verrat in München und Burghausen“ in Altötting

Sehr geehrter Herr Brym, ich war auf Ihrer Autorenlesung im AMK in Altötting am 22. November. Hier meine Eindrücke: Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Vor allen Dingen die vielen jungen Leute scheinen sich für Geschichte speziell auch in Ihrer Heimatregion zu interessieren. Das ist sehr gut. Die Art Ihres Vortrages hat mir sehr gefallen. Sie lasen nicht einfach vor, sondern erklärten den Leuten, was in dem Buch vorkommt. Kompliment, die Leute hörten 1 Stunde und 30 Minuten lang zu. Zwischenzeitlich habe ich Ihr Buch gelesen. Das Buch ist kein Altöttinger oder Burghauser Heimatroman. Sie behandeln das Versagen der Arbeiterbewegung gegen den Faschismus 1933. Kritisiert werden SPD und KPD. Neben dem Allgemeinen unterlegen Sie die Niederlage der Arbeiterbewegung konkret mit örtlichen Beispielen. Völlig neu war mir, dass in Neuötting, Töging und Burghausen noch bei den Terrorwahlen im März 1933 SPD und KPD wesentlich stärker waren als die NSDAP. Nicht überrascht hat mich, dass in dem katholischen Altötting im März 33 die damalige BVP viel stärker war als die NSDAP mit 17,6 % der Stimmen. Ihr Roman spielt natürlich sehr stark auch in München. Die Widerstandskämpfer Hans Hans Beimler, Franz Stenzer, Wilhelm Olschewski und Fritz Rottmeier kommen sehr lebendig herüber. Das gleiche gilt für das starke sozialdemokratische und kommunistische Arbeitermilieu in Burghausen. Damals waren die Wacker Arbeiter weitgehend immun gegen die nazistische Propaganda. Das war auch in München speziell in Giesing und dem damaligen Münchner Vorort Feldmoching so. Die Arbeiterbewegung hatte damals die falsche Führung. Die SPD versuchte sich in die Legalität, ohne Generalstreik zu retten. Die KPD war weitgehend eine Partei der Arbeitslosen. Der Generalstreikaufruf der KPD verpuffte u. a. deshalb. Die Arbeiter selbst waren bereit zum Widerstand bis hin zu bewaffneten Aktionen. Das zeigen sie an vielen Beispielen in Deutschland. Dann aber immer wieder am Beispiel der bayerischen Provinz. In Burghausen konnte am 9. März 1933 die Nazifahne am Rathaus erst gehisst werden als der Bürgermeister Fuchs die Polizei holte. Die SA mit 20 Leuten unter Führung von Ludwig Malcomeß war gegenüber knapp 50 Kommunisten unter Führung von Heinrich Breu, Alois Haxpointner, Simon Vorburger, Aigner und Burghard hoffnungslos unterlegen. Ihr Buch zeigt auch, wie oft in der Provinz real Einheitsfront betrieben wurde. Am 1. Juli 1932 wurden knapp 40 Nazis vom Gasthof Glöckelhofer aus, den Stadtberg von Burghausen hinuntergeprügelt. An der Aktion beteiligten sich 80 Kommunisten und 200 Reichsbannerleute unter Führung des späteren sozialdemokratischen Bürgermeisters von Burghausen Georg Schenk. Der Reichstagsabgeordnete der KPD Hans Beimler nannte dies im Februar 1933 im Glöckelhofer auf seiner letzten legalen Veranstaltung in Deutschland: „Eine gelungene rote Einheitsfrontaktion“. Schade dass der „Burghauser Anzeiger“ nur einen kurzen Bericht über Ihr Buch brachte. In dem Artikel wird der jüdische Chemiker Dr. Galizenstein von der Wacker Chemie erwähnt. Völlig unerwähnt bleibt jedoch, dass die Wacker Chemie im Februar 1933 nur noch Zahlungen an die NSDAP leistete. Der Vertrauensmann von Wacker, der Chemiker und SS-Führer von Burghausen Dr. Zabel, wurde von der Firma besonders gefördert. Die Geschichte gehört aufgearbeitet. Die Wacker Chemie war wie die Industriebosse in Deutschland eng mit dem Naziregime verbunden. Danke Herr Brym für das exakt recherchierte Buch. Vom Gestapo Spitzel Theo aus München bis hin zu den tapferen Kommunisten und Sozialdemokraten in Burghausen. Der Gestapo Spitzel der „kleine Willy“ ließ 1938 eine illegale Betriebsgruppe der KPD in Burghausen bei Wacker auffliegen. An all das gehört erinnert. Viel Material haben Sie wahrscheinlich der Doku Reihe im Oldenburg Verlag -Bayern während der NS-Zeit – entnommen. Fast alle Namen die Sie in Ihrem Buch nennen kommen dort vor. Aber nicht alle. Der KPD Kurier Georg Kellner (in den siebziger Jahren Kreisvorsitzender der DKP im Chemiedreieck) wurde in der Nähe von Burghausen verhaftet. Später nach dem Ende des Faschismus lebte Kellner in Burghausen. Ich kannte Kellner noch persönlich.

Lotte G. Neuötting.



 

 

 

Buchbesprechung im " Burghauser Anzeiger"

 

Burghauser Vergangenheit

Max Brym beschreibt in seinem Roman die Nazizeit

Burghausen/München. Es herrschte Begeisterung für den Nationalsozialismus, als 1933 Hitler in Deutschland an die Macht kam. Doch nicht nur: Es gab den Widerstand und es gab ihn auch in Burghausen. Diesem Umstand zollt der gebürtige Altöttinger Max Brym nun Tribut mit einem Buch "Verrat in München und Burghausen".

In dem Werk geht es um einen fiktiven Protagonisten, der in der Hauptstadt sowie in der ländlichen Provinz den Widerstand gegen die Nationalsozialisten erlebt.

 

Max Brym begibt sich damit auf eine Reise in seine Heimatregion. Brym arbeitet in München als Journalist und Autor und ist zudem "Die Linke"-Politiker. Sein Buch "Es begann in Altötting", das vor vier Jahren erschienen ist, behandelte seine Jugend in Altötting – als Jude, als Rebell, als Kommunist. Nun geht es nicht um seine eigene Geschichte, sondern um Max Faber, seinen Romanheld, der in München lebt, aber immer wieder in seine Heimat Burghausen kommt. Der Protagonist ist Teil der Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus und in dem Roman trifft er auf viele bekannte Burghauser, die im Nationalsozialismus eine Rolle gespielt haben, so den jüdischen Wacker-Chemiker Dr. Eugen Galitzenstein. Im Zuge der fiktiven Geschichte werden die tatsächlichen historischen Ereignisse in Burghausen um 1933 erklärt.

Brym wird am 22. November selbst in den Landkreis kommen: In einer Lesung um 19 Uhr im Alttöttinger Mieter Konvent wird er sein Buch vorstellen. − ctsMax Brym, Verrat in München und Burghausen, Band 1; bookra Verlag, ISBN 978-3-943150-20-9

 

Antifaschistische Geschichte hautnah- Zum neuen Buch von Max Brym

 

Das neue Buch von Max Brym“ Verrat in München und Burghausen“ hat mir viele neue und wichtige Erkenntnisse geliefert. Der historische Tatsachen Roman spielt in München und Burghausen in den Jahren 1932-1935. Im Rahmen der allgemeinen Entwicklung baute Max Brym einen Romanhelden ein, der als Doppelagent für die KPD innerhalb der Nazi Partei tätig ist. Aufgrund seiner besonderen Kenntnisse ist der Held des Romans zunehmend im Widerspruch zur offiziellen Linie der KPD mit ihrer verheerenden Theorien vom „Sozialfaschismus der SPD“ und den nicht stattfinden Einheitsfrontaktionen von sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeitern, gegen die Faschisten. Aufwendige Recherche machte es dem Autor möglich sogar anhand der Entwicklung in Südostoberbayern klarzustellen: Die Geschichte hätte anders enden können. Die Arbeiter in Feldmoching bei München, aber auch die Arbeiter in Penzberg und in Burghausen warteten vergeblich auf Anweisungen sich mittels Generalstreik sowie gewaltsam gegen den Faschismus zu wehren. Jedoch zeichnet der Autor des Romans den heldenhaften Widerstand der lange stabilen klassenbewussten Arbeiterschaft in München, aber auch in der bayerischen Provinz gegen den Nazi Faschismus nach. Viele historische Personen werden dem Vergessen entrissen. Darunter Hermann Frieb nachdem in München eine Realschule benannt ist. Aber auch der Widerstand der KPD Mitglieder und Funktionäre wird ziemlich detailgetreue nachgezeichnet. Natürlich kommt ein Hans Beimler vor sowie Wilhelm Olschewski, Ludwig Ficker, Hans Hartwimmer und Franz Stenzer in München, dem ziemlich starken roten Arbeitermilieu in Südostoberbayern in Burghausen, Töging und sogar in Neuötting, wird gelacht. KPD Funktionäre und Mitglieder wie Heinrich Breu, Simon Vorburger, Ludwig Lankes und andere aus Burghausen spielen eine wichtige Rolle. Diese Menschen werden dem Vergessen entrissen. Sie erscheinen lebendig vor dem Augen des Lesers. In Burghausen vermöbelten sozialdemokratische und kommunistische Arbeiter im Juni 1932 die Nazis schwer. Sie wurden vom heute noch existierendem Gasthof Glöckelhofer den Stadtberg hinunter geprügelt. Dabei spielte der spätere Burghauser SPD Bürgermeister Georg Schenk, als Reichsbannerführer eine wichtige Rolle. Der KPD Reichstagsabgeordnete Hans Beimler nannte dies im Februar 1933 in Burghausen auf einer Veranstaltung ebenfalls im Glöckelhofer: „ Eine gelungene rote Einheitsfrontaktion“. Breit wird in dem Roman der Gestapo Spitzel Theo ( Max Troll) innerhalb der KPD beschrieben. In der Tat war es so, dass ab 1935-1936, die KPD de facto direkt von der Gestapo geführt wurde. Im Frühsommer 1936 zerschlug die Gestapo aufgrund der Spitzeltätigkeit von Theo aus Giesing faktisch den kommunistischen Widerstand in Südbayern, für einige Zeit. Aus dem beschriebenen ist viel zu lernen gerade auch für die heutige Zeit. Der Autor hat ein wirklich gelungenes Werk zur Geschichte der Arbeiterbewegung und dem Machtantritt der Nazis in Bayern geschrieben. Deutlich tritt im Buch zutage mit welcher Intensität sich der Autor mit dieser Zeit in Bayern und Deutschland beschäftigt hat. Die beschriebenen Fehler der KPD sowie die Kapitulation der SPD Führung vor dem Faschismus, sind eine ernste Mahnung für die heutige Zeit. Des Buches ist gut geschrieben leicht lesbar, der Autor versteht sich auszudrücken. An einigen Stellen hätte ein besseres Lektorat dem Werk gut getan. Dies wird allerdings in der zweiten Ausgabe korrigiert werden, die sich bereits im Druck befindet was bedeutet, dass das Buch bereits einen ziemlich breiten Leserkreis erreicht hat.

 

Alexandra Cohen München

Bestellungen unter http://www.bookra-verlag.de/b17.html

 

 

 

 

3 Rezensionen zu meinem Buch „ Verrat in München und Burghausen“

 

Unten drei Rezensionen zu meinem neuen Buch welche auf Amazon erschienen. Dazu ein Leseauszug aus haGalil Onlinehttp://www.hagalil.com/2018/09/brym-5/ Ihr könnt und dürft bestellen. Eure Meinung ist mir wichtig, Dieser politische Roman führt uns in die Anfangsjahre des Hitlerfaschismus (1933 – 1934) nach Schwabing in München, der „Hauptstadt der Bewegung“, und in die niederbayrische Provinz am Inn. Der Romanheld Hans Faber, Rechtsanwalt und KPD-Widerstandskämpfer, leistet als formales NSDAP-Mitglied konspirative Aufklärungsarbeit für die in der Stadt verbliebenen Antifaschisten und Emigranten des Widerstands. Dabei riskiert er sein eignes Leben und das seiner geliebten Lore, die als Sekretärin bei SA-Chef Ernst Röhm als Sekretärin arbeitet – bis zur Nacht der langen Messer.
Der Autor lässt Faber in Wort und Schrift in den Mitteilungen und Berichten an den geheimen Abwehrapparat der KPD in die Welt des deutschen Faschismus eintauchen. Seine Einschätzungen erscheinen als real, aus ihnen können wir heute noch lernen. Viele Begegnungen Fabers überraschen uns: Er trifft persönlich u.a. Adolf Hitler, Ernst Röhm, Reinhard Heydrich und auf der Gegenseite Hans Beimler, Hermann Frieb und Walter Ulbricht.
Die Unmenschlichkeit und Widerwärtigkeit der NS-Größen in der damaligen Zeit wird in dem Roman lebendig und macht zugleich nachdenklich.
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Lebendige Geschichte -Widerstand gegen den Faschismus besonders in Bayern
Der Autor hat die Fähigkeit reale Geschichte ungeheuer spannend und Faktenreich darzustellen. Das Buch hab ich auf einen Sitz in der Nacht gelesen. Sein zentraler Held – Hans Faber- ist erfunden. Alle anderen Personen sind real. Max Brym erzählt warum der SA Aufmarsch am 30 Januar 1933 in München ausfiel. Seine zentralen Helden sind Personen wie Hans Beimler, Franz Stenzer Wilhelm Olschewski und andere Arbeiterfunktionäre in München. Dargestellt wird die schändliche Kapitulation der SPD im Deutschland und in Bayern. Die damaligen Fehler der KPD werden breit beschrieben. Die Geschichte wird heruntergebrochen auch auf viele Kleinstädte in Oberbayern. In Burghausen waren die kommunistischen und sozialdemokratischen Arbeiter kampfbereit. Örtliche Funktionäre wie Heinrich Breu aus Burghausen Simon Vorburger, Ludwig Lankes ebenfalls aus Burghausen warteten auf den Auftrag, ihre illegalen Waffenlager zu öffnen. Auch der Reichsbanner unter Schenck aus Burghausen wollte kämpfen. Aber die Order kam nicht. Anschließend begann der mühsame Weg des illegalen Widerstandes. Besonders gewürdigt wird Herrman Frieb aus München welcher in der Gruppe „ Neu Beginnen“ arbeitet. Über diese linke Abspaltung der SPD, welche zusammen mit oppositionellen Kommunisten arbeitete erfuhr ich zum ersten mal etwas in dem Buch. Hermann Frieb baute in München die aktivste Widerstandsbewegung im süddeutschen Raum auf. Nach ihm ist in München eine Realschule am Hohenzollernplatz benannt. Aber die Website der Schule gibt wenig her über den Namenspatron. Die KPD leistete Widerstand, aber nach dem 9. März wurde die Partei in Bayern weitgehend zerschlagen. Von 20.000 Mitgliedern der KPD 1933 in Bayern landeten knapp 5.000 für kürzere oder längere Zeit im Gefängnis, oder im KZ. In einigen Fällen gelang es der GESTAPO einzelne Leute als Agenten anzuwerben. Besonders intensiv beschäftigt sich der Autor mit dem Agenten Max Troll aus Giesing -Parteinahme Theo- welcher Ende 1935 an die Spitze der KPD in Bayern gelangte. Damit wurde der Widerstand für einige Zeit direkt von der Gestapo geleitet. Anschließend im Frühsommer 1936 wurde de facto die KPD in Südbayern komplett von den Nazis zerschlagen. Der Held des Romans welcher für den Abwehrapparat der KPD tätig ist warnt in dem Roman längere Zeit vor „Theo“. Anschaulich wird die Rolle der Industrie vor allem in Bayern dargestellt. Die Wacker Chemie beispielsweise in Burghausen steht hinter ihrem Ingenieur dem SS Führer Dr. Zabel. Dieser bekämpft nicht nur die Kommunisten, sondern auch den „ Lumpenproletarier „ Ludwig Malcomeß. Letzterer war der erste NSDAP Kreisleiter in Altötting. Ein typischer SA Rabauke welcher nützlich war im Kampf gegen Kommunisten und Sozialdemokraten, dann aber den Industriebossen wegen seiner Eigenmächtigkeiten im Wege stand. Damit erklärt Max Brym viele Ursachen des sogenannten Röhm Putsches. Über die Liquidierung der SA Führung wird direkt im Roman berichtet. Die Freundin des Romanhelden arbeitet als Sekretärin bei Röhm für die KPD. Im Roman tauchen alle Nazigrößen aus München bis hin zu Hitler auf. Der Held verkehrte im Parteiauftrag der KP mit sämtlichen Naziführern in München. Darunter sind die späteren Kriegsverbrecher Alfred Rosenberg und Hans Frank. Zudem mit den Leibfotografen Hitlers, Hoffmann aus der Schellingstraße in München. Gezeigt wird auch die widerliche Gestalt Christian Weber, sowie der korrupte Hermann Esser. Immer wieder verzweifelt der Held des Romans an der Linie der KPD. Dennoch ist er persönlich mit Hans Beimler und Ludwig Ficker befreundet. Oft muss der Romanheld zu den verschiedenen Leitungsinstanzen der KPD in der Emigration. Dabei trifft er Herbert Wehner, Walter Ulbricht aber auch die späteren Opfer des Stalinismus Hermann Schubert, Fritz Schulte und natürlich den Chef des KPD Abwehrapparates Hans Kippenberger. Stets ist der Held geradezu verzweifelt über die Stimmung in der in weiten Teilen der Emigration Seine Berichte speziell über die Situation in Bayern werden weitgehend ignoriert.

Max Brym hat ein spannendes zeitgeschichtliches Buch geschrieben. Vor allem seine Fähigkeit lokale oder regionale Details mit der Gesamtsituation zu verbinden ist erstaunlich. Unbedingt lesen- sehr aktuell- aus der Geschichte muss gelernt werden.
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Dieser historische Roman wirft einen Blick auf die deutsche Geschichte und den aufhaltbaren Aufstieg des deutschen Faschismus, wie wir ihn aus der west- und ostdeutschen Literatur nicht kennen. Ohne sich bei langen Millieustudien zu verzetteln, kommt der Autor immer gleich zur Sache, und schildert uns kurz und eindringlich das Wesen zeitgeschichtlicher Personen, und beweist dabei, dass die deutche Arbeiterbewegung den Faschismus hätte aufhalten können, wenn sie es denn richtig angefasst hätte.

Bild könnte enthalten: Max Brym, sitzt

 

 

Brief aus Waldkraiburg zu „ Verrat in München und Burghausen“

 

Hallo Max, dein neues Buch ist sehr gelungen. Deutlich machst du den verzweifelten und fehlerhaften Kampf der Arbeiterbewegung gegen den Faschismus. Gleichzeitig nennst du historische Details -nicht nur zu den Vorgängen in München- sondern auch zu Mühldorf, Altötting und Burghausen. Hier in Waldkraiburg hatte die AFD fast 20% bei der Landtagswahl. Die SPD nur noch 8,6% in einer Arbeiterstadt mit fast 25.000 Einwohnern. Was fehlt ist eine rote Gegengesellschaft und Klassenbewusstsein welches du hervorragend auch für unsere Region historisch beschreibst. Neu war mir dass es selbst in dem Marktflecken Kraiburg am Inn Widerstand gab. Dazu eine starke KPD in Neuötting und Burghausen. Danke für dein Buch. Wir können daraus lernen. Der Buchhandlung Herzog in Waldkraiburg habe ich empfohlen dein Buch ins Sortiment zu nehmen.

 

Grüße Alfred E. Ein alter Schulkamerad von dir welcher in Waldkraiburg hängenblieb.

 

 

 

 

Wie real ist der Roman „ Verrat in München und Burghausen”?

 

Sehr geehrter Herr Brym, ich interessiere mich für Ihren neuen Roman „ Verrat in München und Burghausen“. Allerdings stellt sich mir die Frage wie real ihr Buch historische Fakten und Personen wiedergibt. Was erfährt man über den Antifaschisten Hermann Frieb aus München? Wie real ist ihre Darstellung von Personen wie Wilhelm Olschewski, Hans Beimler oder von Heinrich Breu aus Burghausen. Gab es auch Widerstand in dem kleinen Marktflecken Kraiburg am Inn ?

 

Viele Grüße Hanelore F. aus München

 

Antwort Hallo und danke für Ihre Zuschrift. Nun zu Ihren Fragen. Erfunden sind in dem Roman nur der Held und sein familiäres Umfeld. Grundsätzlich-  Das Buch " Verrat in München und Burghausen" versucht Geschichte auf antifaschistischer Grundlage lebendig werden zu lassen. Wichtige Personen des Widerstandes aus den Städten Burghausen, Altötting, Neuötting und München werden dem Vergessen entrissen. Fehler der Arbeiterbewegung werden konkret auf örtlicher Basis von 1933 bis 1935 benannt. Die Geschichte ist eingebettete in die allgemeine Lage. Neben örtlichen antifaschistischen Personen wie Hermann Frieb- München- Heinrich Breu- Burghausen kommen auch die Nazis zentral und dezentral vor. Von dem NSDAP Kreisleiter in Mühldorf am Inn, bis hin zu dem späteren " Polenschlächter" Hans Frank aus München. Das Buch will eine Anleitung zum Handeln heute liefern. Ohne Berücksichtigung historischer Erfahrungen ist dies unmöglich. Es gab Widerstand gegen den Faschismus sowohl in der Provinz – es werden dabei reale Personen benannt- wie in der Großstadt. Der Held des Romans ist entsetzt über die kampflose Kapitulation der Arbeiterbewegung nach dem 30 Januar 33. Viele Kommunisten in Burghausen, Penzberg und München, forderten nicht nur einen Aufruf zum Generalstreik,, sondern kollektiven bewaffneten Widerstand. Die Hoffnung dieser Kommunisten war dadurch die sozialdemokratischen Arbeiter mitzureisen. Aber die Führungen der Arbeiterparteien lehnten aktive Kampfmaßnahmen ab. Die Gewerkschaften verweigerten sich dem Aufruf zum Generalstreik.. In München kapitulierte die sozialdemokratische Führung des ADGB vor der Belagerung des Gewerkschaftshauses im März 33 durch die Nazis. Die KPD im Untergrund war ziemlich schnell von Spitzeln der Gestapo durchsetzt. Dennoch gibt es heldenhaften Widerstand. Breit wird die Tätigkeit des Gestapo Agenten „ Theo“ – Max Troll aus Giesing in der bayerischen KPD dargestellt. Diese Tätigkeit war verhängnisvoll. Der Nachfolger von Theo ließ 1938 eine illegale Zelle der KPD bei der Wacker Chemie in Burghausen auffliegen. All das ist nicht erfunden. Mühsame Recherche war notwendig. Zu ihrer letzten Frage: Es gab auch in dem Marktflecken Kraiburg am Inn einige Einzelpersonen im Widerstand. Auch diese werden mit Klarnamen benannt. Natürlich auch der Kraiburger Ortsgruppenleiter der NSDAP Diener.

 

 

Eine Bestellung kann hier erfolgen http://www.bookra-verlag.de/b17.html

 

Ich bin auf Ihre Meinung gespannt.

Viele Grüße Max Brym

 

 Bildergebnis für max brym

 

 

 

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Bild  des Autors - Max Brym- gemalt von Gazmend Freitag